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Kunst

Grafik, Zeichnungen & Aquarelle verkaufen in Wien

Druckgrafik, Handzeichnungen, Aquarelle und Gouachen vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart – einzeln, in Mappen oder als Sammlung.

Grafik umfasst alles, was auf Papier entsteht: Druckgrafik wie Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Lithografie und Siebdruck, außerdem Handzeichnungen in Bleistift, Kreide, Feder und Tusche sowie Aquarelle, Gouachen und Pastelle. Angekauft werden Einzelblätter, Mappenwerke, Klebebände und ganze Grafiksammlungen, von Albrecht Dürer bis zur Druckgrafik der Wiener Gegenwartskunst. Dazu kommen Wiener Ansichten des 18. und 19. Jahrhunderts, Porträtlithografien, Künstlerplakate, Architektur- und Entwurfszeichnungen, Buchillustrationen und Exlibris. Auch ungerahmte Blätter aus Laden und Mappen, die seit Jahrzehnten niemand angesehen hat, gehören dazu.

Wien besitzt mit der Albertina eine der größten grafischen Sammlungen der Welt, hervorgegangen aus der Sammlung Herzog Alberts von Sachsen-Teschen. Diese Tradition prägt den Sammlermarkt: Gesucht sind Altmeistergrafik in guten Abzügen, Aquarelle von Rudolf von Alt und Thomas Ender, Zeichnungen der Wiener Moderne, Farbholzschnitte der Secessionszeit und signierte Druckgrafik von Künstlern wie Arnulf Rainer, Maria Lassnig oder Friedensreich Hundertwasser. Massenhaft gedruckte Reproduktionen und Kunstdrucke haben dagegen meist nur dekorativen Wert, auch wenn sie alt und gerahmt sind.

Viele Blätter erzählen von Wien selbst. Salomon Kleiner zeichnete in den 1720er- und 1730er-Jahren Kirchen, Palais und Gärten der Residenzstadt für eine große Stichfolge, Carl Schütz und Johann Ziegler schufen ab 1779 kolorierte Ansichten, die der Verlag Artaria herausgab. Josef Kriehuber lithografierte im Biedermeier Tausende Bildnisse der Wiener Gesellschaft, Rudolf von Alt malte bis ins hohe Alter Aquarelle der Stadt. Um 1900 erneuerten Emil Orlik, Carl Moser und Ludwig Heinrich Jungnickel den Farbholzschnitt, Luigi Kasimir druckte farbige Radierungen von Wien und europäischen Städten.

Für die erste Einschätzung fotografieren Sie Blätter möglichst ohne Glas, mit Blick auf Signatur, Bleistiftvermerke am Rand, Nummerierung, Stempel und Wasserzeichen, das sich im Gegenlicht zeigt. Bei der kostenlosen Besichtigung in jedem der 23 Bezirke prüfen wir mit Lupe und Durchlicht Druckqualität, Papier, Ränder und Erhaltung und unterscheiden Original, späteren Abzug und Reproduktion. Danach folgt ein Angebot für einzelne Blätter oder die ganze Sammlung. Bezahlt wird bar oder per Überweisung, Mappen und gerahmte Blätter holen wir auf Wunsch ab.

Objektgruppen

25 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Original oder Reproduktion

    Nur eigenhändige Zeichnungen und vom Künstler autorisierte Druckgrafik haben Sammlerwert. Fotomechanische Reproduktionen werden auch dann nur dekorativ bewertet, wenn sie alt sind.

  • Abzugsqualität

    Frühe, kräftige Abzüge mit allen Details zählen mehr als späte, flaue Drucke von abgenutzten Platten. Zustandsdrucke vor der endgültigen Fassung sind besonders gesucht.

  • Ränder und Papier

    Breite, unbeschnittene Ränder und ein Wasserzeichen der Entstehungszeit erhöhen den Wert. Knapp beschnittene Blätter verlieren an Interesse.

  • Signatur und Auflage

    Seit dem späten 19. Jahrhundert signieren Künstler Druckgrafik mit Bleistift und nummerieren die Auflage. Eine mitgedruckte Signatur ist keine Handsignatur.

  • Erhaltung

    Lichtschäden, Stockflecken, Wasserränder, Risse und säurehaltige Passepartouts mindern deutlich. Aquarelle und Farbholzschnitte verblassen im Sonnenlicht unwiederbringlich.

  • Motiv

    Wiener Ansichten, Bildnisse bekannter Persönlichkeiten und typische Motive eines Künstlers sind gefragter als Nebenarbeiten. Topografische Blätter haben zusätzlichen dokumentarischen Wert.

  • Vollständigkeit

    Mappen mit allen Blättern, Titelblatt und Impressum werden höher bewertet als Einzelblätter. Folgen und Serien gewinnen durch ihre Geschlossenheit.

Originale erkennen

Die Drucktechnik zeigt sich unter der Lupe. Holzschnitte haben kräftige Linien mit leicht gequetschten Farbrändern, Kupferstiche scharf an- und abschwellende Linien, Radierungen freie, unregelmäßige Striche mit stumpfen Enden. Tiefdrucke wie Kupferstich und Radierung hinterlassen einen Plattenrand, der ins Papier gepresst ist. Lithografien zeigen eine körnige, kreideartige Struktur ohne Prägung, bei Siebdrucken liegt die Farbe deckend und leicht erhaben auf dem Papier. Eine Handzeichnung erkennt man an wechselndem Druck des Stifts, an Korrekturen und an Strichen, die sich überlagern.

Am häufigsten verwechselt werden Original und Reproduktion. Fotomechanische Drucke des 19. und 20. Jahrhunderts nach Dürer oder Rembrandt zeigen unter starker Vergrößerung ein feines Korn oder ein runzeliges Netz statt gestochener Linien. Moderne Offsetdrucke tragen ein regelmäßiges Punktraster, auch wenn sie mit Bleistift signiert sind. Späte Abzüge von Originalplatten, etwa posthume Drucke nach Rembrandt oder Piranesi, sind echt, aber deutlich spätere Drucke. Wasserzeichen, Papierqualität und Sammlerstempel helfen bei der Datierung und Herkunftsbestimmung.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

513

Manufakturen & Marken

8

Epochen & Stile

73

Materialien, Techniken & Punzen

28

Fragen zu Grafik, Zeichnungen & Aquarelle

Mein Blatt ist mit Bleistift signiert – ist es dann ein Original?

Nicht automatisch. Auch Offsetdrucke und Plakate wurden nachträglich signiert. Entscheidend sind Drucktechnik, Papier und Auflagenangabe, die bei Originalgrafik zum Werk gehören.

Was bedeuten „e. a.“ oder „h. c.“ neben der Nummer?

„E. a.“ steht für épreuve d'artiste, ein Künstlerexemplar außerhalb der nummerierten Auflage, „h. c.“ für hors commerce, nicht für den Handel bestimmt. Solche Exemplare werden in der Regel ähnlich bewertet wie nummerierte Blätter.

Soll ich die Grafik aus dem Rahmen nehmen?

Für Fotos ist ein Blatt ohne Glas ideal, nehmen Sie es aber nur heraus, wenn das ohne Kraftaufwand gelingt. Klebebänder und Passepartouts sollten Sie nicht lösen. Bei der Besichtigung werden Rahmen fachgerecht geöffnet.

Sind Kupferstiche aus alten Büchern wertvoll?

Einzelne Tafeln aus Büchern, etwa Ansichten, Karten oder botanische Darstellungen, haben einen eigenen Markt, wenn sie gut erhalten und alt koloriert sind. Vollständige Bücher sind jedoch meist mehr wert als herausgelöste Tafeln.

Was ist ein Wasserzeichen und warum ist es wichtig?

Ein Wasserzeichen ist ein Zeichen im Papier, das im Gegenlicht sichtbar wird. Es verrät Papiermühle und Zeitraum und hilft, Abzüge zu datieren und Fälschungen zu erkennen.

Kaufen Sie auch Grafiksammlungen mit vielen unbekannten Blättern?

Ja. Sammlungen werden vollständig gesichtet, auch wenn viele Blätter unbekannt sind. Häufig finden sich zwischen dekorativen Drucken einzelne gesuchte Stücke.

Meine Aquarelle sind verblasst – sind sie noch etwas wert?

Das hängt vom Künstler und vom Grad des Verblassens ab. Leichte Lichtschäden mindern, schließen einen Ankauf aber nicht aus. Hängen Sie Aquarelle bis zur Besichtigung nicht in die Sonne.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.