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Künstler: Wiener Kinetismus

Franz Cizek

Kunstpädagoge, Maler, 1865–1946, Leitmeritz – Wien

Pionier der Kunsterziehung: 1897 eröffnete er seine Jugendkunstklasse, in den 1920er Jahren entstand in seinem Unterricht der Wiener Kinetismus.

Franz Cizek stammte aus Leitmeritz in Böhmen und studierte an der Wiener Akademie. 1897 eröffnete er eine private Jugendkunstklasse, in der Kinder ohne Vorlagen frei zeichnen und malen sollten – ein Gegenentwurf zum damals üblichen Kopierunterricht. Er stand der Secession nahe. Ab 1906 lehrte er an der Kunstgewerbeschule am Stubenring, führte dort die Jugendkunstklasse weiter und unterrichtete ornamentale Formenlehre. Ausstellungen mit Kinderzeichnungen aus seiner Klasse reisten in den 1920er Jahren durch Europa und die USA.

In Cizeks Klasse für ornamentale Formenlehre entwickelten Studierende wie Erika Giovanna Klien, My Ullmann und Elisabeth Karlinsky ab etwa 1920 den Wiener Kinetismus. Bewegung, Rhythmus und Zeit sollten in Bildern aus Linien, Flächen und Farbe sichtbar werden, angeregt von Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus. Cizek malte und entwarf auch selbst, doch sein Einfluss liegt in der Lehre. Arbeiten der Klasse wurden als Gruppenprojekte ausgestellt und in Publikationen verbreitet.

Arbeiten von Cizek selbst sind selten; häufiger begegnen Schülerarbeiten der Jugendkunstklasse und der Kinetismus-Klasse, teils mit Stempel oder Vermerk der Kunstgewerbeschule. Für die Zuordnung helfen Namen, Datierungen und Klassenvermerke auf der Rückseite sowie Vergleich mit Sammlungsbeständen, etwa im Archiv der Universität für angewandte Kunst. Kinderzeichnungen aus seinem Unterricht sind ein eigenes Sammelgebiet mit vor allem dokumentarischem Wert.

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