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Künstler: Nachkriegsmoderne & Art Club

Oswald Oberhuber

Maler, Bildhauer, Kurator, 1931–2020, Meran – Innsbruck – Wien

Vertreter der „permanenten Veränderung“: informelle Plastik um 1950, dann Malerei in wechselnden Stilen; Galerieleiter und Rektor der Angewandten.

Oswald Oberhuber, 1931 in Meran geboren und in Innsbruck aufgewachsen, studierte Bildhauerei, unter anderem bei Fritz Wotruba an der Wiener Akademie. Um 1950 schuf er informelle Plastiken, die zu den frühesten dieser Richtung in Europa gezählt werden. 1956 formulierte er das Prinzip der „permanenten Veränderung“, das jeden verbindlichen Stil ablehnt. Nach dem Tod Otto Mauers 1973 leitete er die Galerie nächst St. Stephan, 1979–1987 und 1991–1995 war er Rektor der Hochschule für angewandte Kunst. Er starb 2020 in Wien.

Das Werk umfasst Malerei, Plastik, Zeichnung, Objekte, Schrift- und Textbilder sowie Ausstellungsgestaltungen. Oberhuber wechselte bewusst zwischen gegenständlichem und abstraktem Malen, griff Kinderzeichnung, Comic, Ornament und Werbung auf und ließ Arbeiten unfertig wirken. Er verwendete einfache Materialien wie Packpapier, Karton, Draht und Gips. An der Angewandten organisierte er Ausstellungen zur österreichischen Kunst und Gestaltung des 20. Jahrhunderts und baute deren Sammlung aus.

Weil Stil und Material ständig wechseln, stützt sich eine Zuschreibung stärker als sonst auf Dokumente: Herkunft, Ausstellungskataloge, Fotos und Etiketten der Galerie nächst St. Stephan. Signiert ist meist mit „Oberhuber“ und Jahreszahl, oft in Bleistift oder Filzstift. Arbeiten auf billigem Papier und Karton sind lichtempfindlich und vergilben; Gipsobjekte bestoßen leicht. Druckgrafik und Plakate entstanden in überschaubarer Zahl.

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