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Künstler: Barockarchitektur

Johann Bernhard Fischer von Erlach

Architekt, Hofarchitekt, 1656–1723, Graz – Rom – Wien

Barockarchitekt aus Graz, nach langen Jahren in Rom Hofarchitekt in Wien; Karlskirche, Hofbibliothek, Palais Trautson und die ersten Entwürfe für Schönbrunn.

Johann Bernhard Fischer, 1656 in Graz als Sohn des Bildhauers Johann Baptist Fischer geboren, verbrachte rund 16 Jahre in Rom und lernte dort im Umkreis Gian Lorenzo Berninis die römische Barockarchitektur kennen. Um 1687 kam er nach Wien, unterrichtete den späteren Kaiser Joseph I. in Architektur und wurde 1696 mit dem Prädikat „von Erlach“ geadelt. 1705 ernannte ihn Joseph I. zum Oberinspektor der kaiserlichen Hof- und Lustgebäude. Er starb 1723 in Wien; sein Sohn Joseph Emanuel führte mehrere Bauten zu Ende.

Für Prinz Eugen begann er 1695 das Winterpalais in der Himmelpfortgasse, für Graf Trautson entstand ab 1710 das Palais an der heutigen Museumstraße. Die Böhmische Hofkanzlei in der Wipplingerstraße, die Hofstallungen und die Karlskirche, 1716 nach einem Pestgelübde Karls VI. begonnen, verbinden römische Kuppel, antike Triumphsäulen und Wiener Palastfassade. In Salzburg baute er Kollegienkirche und Dreifaltigkeitskirche. 1721 erschien sein „Entwurff einer Historischen Architectur“, die erste vergleichende Baugeschichte mit Tafeln zu ägyptischen, antiken, orientalischen und chinesischen Bauten.

Im Handel erscheinen vor allem Kupferstiche aus dem „Entwurff“ – Erstausgabe Wien 1721, Leipziger Ausgabe 1725, englische Fassung „A Plan of Civil and Historical Architecture“ von 1730 – sowie Ansichten seiner Bauten aus den Stichfolgen von Salomon Kleiner und Carl Schütz. Einzeltafeln wurden oft aus Bänden gelöst; Plattenrand, Papier und Bogenformat zeigen, aus welcher Ausgabe ein Blatt stammt. Eigenhändige Zeichnungen Fischers liegen fast nur in öffentlichen Sammlungen, Zuschreibungen von Entwurfsblättern verlangen daher Vorsicht. Fotomechanische Reproduktionen haben keinen eingeprägten Plattenrand.

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