Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Romantik

Kunstbewegung, um 1790–1850

Gefühl, Natur und Mittelalterbegeisterung statt antiker Norm – in Wien mit Olivier, Schwind und Kupelwieser eng mit dem Biedermeier verflochten.

Die Romantik entstand in den 1790er-Jahren in Deutschland und England als Gegenbewegung zur Aufklärung und zum akademischen Klassizismus. Sie setzte auf Empfindung, Religiosität, nationale Geschichte und das Erleben der Natur. In Wien gründeten Friedrich Overbeck und Franz Pforr 1809 den Lukasbund; Ferdinand Olivier verkehrte ab 1811 im Kreis um Friedrich Schlegel. Die Restauration nach 1815 verband sich mit romantischer Mittelalterverehrung und christlicher Kunst.

Gemälde zeigen Landschaften mit Ruinen, Wäldern, Gebirgen und Mondlicht, oft mit Rückenfiguren und symbolischer Aufladung. Zeichnungen mit spitzem Bleistift und Feder, genau beobachtete Pflanzen und klare Umrisse prägen die deutsch-österreichische Richtung. Moritz von Schwind verlegte Märchen und Sagen in Bildfolgen. Im Kunsthandwerk entsteht ein früher gotisierender Stil: Spitzbogenmotive an Möbeln, Uhren und Glas, gotische Fensterformen an Pendulen. Porzellanmaler übertrugen Landschaften und Burgen auf Tassen; Gläser zeigen Ruinen und Freundschaftsmotive in Transparentmalerei.

Das Belvedere besitzt Hauptwerke der deutschen und österreichischen Romantik, darunter Werke von Caspar David Friedrich. Ferdinand Olivier zeichnete die Umgebung von Wien und Salzburg, Joseph Rebell malte Küstenlandschaften Italiens. Leopold Kupelwieser schuf Kirchenbilder und war mit Franz Schubert befreundet, dessen Kreis Schwind zeichnete. Im Handel sind Landschaftszeichnungen, Ölstudien und Druckgrafik der Romantik gesucht. Auch Thomas Ender und Jakob Alt zeichneten romantisch gestimmte Alpenansichten.

Romantische Zeichnungen sind häufig nicht signiert und werden über Strich, Papier und Motiv zugeordnet; Nachlassstempel helfen. Lithografien der Zeit erkennt man am weichen Korn und am Papier mit Siebstruktur. Spätere Reproduktionen im Lichtdruck zeigen unter der Lupe ein unregelmäßiges Runzelkorn. Gotisierende Möbel dieser Jahre unterscheiden sich von der Neogotik nach 1850 durch leichte Proportionen und Furnier statt Massivschnitzerei.

Woran man es erkennt

  • Landschaften mit Ruinen, Wäldern und Mondlicht
  • Rückenfiguren
  • religiöse und mittelalterliche Themen
  • spitzer Bleistift- und Federstrich
  • Märchen- und Sagenzyklen
  • gotisierende Ornamente an Möbeln und Uhren
  • klare Umrisslinien
  • Freundschaftsbildnisse

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