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Künstler: Internationale Moderne

Giorgio de Chirico

Maler, Grafiker, 1888–1978, Volos – München – Paris – Rom

Begründer der Pittura metafisica; seine eigenen Wiederholungen und Rückdatierungen machen Zuschreibungen besonders schwierig.

Giorgio de Chirico wurde 1888 im griechischen Volos geboren, studierte in Athen und an der Münchner Akademie, wo ihn Arnold Böcklin und Max Klinger beeindruckten. 1911–1915 malte er in Paris leere Plätze mit Arkaden, Statuen und langen Schatten. In Ferrara entwickelte er 1917 mit Carlo Carrà die Pittura metafisica. Nach 1919 wandte er sich einer klassizistischen, altmeisterlichen Malerei zu und überwarf sich mit den Surrealisten. Er lebte zuletzt in Rom, wo er 1978 starb.

De Chiricos metaphysische Bilder zeigen Plätze, Türme, Gliederpuppen, Biskuitformen, Gipsköpfe und Eisenbahnzüge in einer stillen, unheimlichen Ordnung. Später malte er Gladiatoren, Pferde am Meeresstrand und Selbstbildnisse in historischen Kostümen. Er schuf Lithografien, etwa 1930 zu Apollinaires „Calligrammes“, und zahlreiche spätere Druckgrafiken. Im Alter wiederholte er metaphysische Motive seiner frühen Jahre. Sein Bruder Andrea, bekannt als Alberto Savinio, war Komponist, Maler und Schriftsteller.

De Chirico malte frühe Motive später neu und datierte sie teils zurück; zugleich erklärte er echte Frühwerke mitunter zu Fälschungen. Gutachten gibt die Fondazione Giorgio e Isa de Chirico in Rom ab. Fälschungen sind zahlreich, besonders bei metaphysischen Motiven. Späte Lithografien sind meist signiert und nummeriert; Datierung und Auflage sind mit den Verzeichnissen abzugleichen.

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