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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Leopold Bauer

Architekt, Hochschullehrer, 1872–1938, Jägerndorf – Wien

Schulfreund Josef Hoffmanns und Nachfolger Otto Wagners an der Akademie; Bankgebäude am Otto-Wagner-Platz und Villen in Hietzing und Döbling.

Leopold Bauer, Sohn eines Hotelbesitzers aus Jägerndorf, besuchte die Staatsgewerbeschule in Brünn gemeinsam mit Josef Hoffmann und studierte in Wien bei Carl von Hasenauer und Otto Wagner, in dessen Atelier er zeitweise mitarbeitete. 1913 folgte er Wagner als Leiter der Spezialschule für Architektur an der Akademie, musste das Amt aber 1919 auf politischen Druck aufgeben. Er schrieb über Baukunst und Wohnen, etwa „Gesund wohnen und freudig arbeiten“ (1919). Bauer starb 1938 in Wien.

Sein Hauptwerk ist das Gebäude der Österreichisch-Ungarischen Bank, der heutigen Oesterreichischen Nationalbank, am Otto-Wagner-Platz (ab 1911). Für sich selbst baute er 1906/07 eine Villa in der Auhofstraße, für Industrielle Häuser in der Himmelstraße (1908) und in der Braunschweiggasse (1928/29). Für die Gemeinde Wien entstand der Vogelweidhof (1925–1927). Frühe Möbel- und Raumentwürfe publizierte er in „Verschiedene Skizzen, Entwürfe und Studien“ (1899) und im Wettbewerb „Das Haus eines Kunstfreundes“ (1902).

Möbel nach Bauers Entwürfen sind kaum gekennzeichnet; sichere Zuordnungen gelingen über seine Publikationen, über Ausstellungsfotos der Secession und über die Herkunft aus seinen Bauten. Seine frühen Arbeiten stehen Hoffmann nahe, bevorzugen aber schwerere Profile und klassizistische Gliederung. Im Antiquariat erscheinen seine Schriften und die Festschrift zur Nationalbank von 1925; die Festschrift „Leopold Bauer zum 60. Geburtstag“ (1932) bildet viele Arbeiten ab.

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