Material: Malerei & Grafik
Holzschnitt
Hochdruck von einem Holzstock, aus dem die nichtdruckenden Partien herausgeschnitten werden, seit dem 15. Jahrhundert bekannt.
Beim Holzschnitt zeichnet der Künstler das Bild auf einen Holzstock aus Langholz, häufig Birnbaum, und schneidet alles weg, was nicht drucken soll. Die stehengebliebenen Stege werden eingefärbt und auf Papier gedruckt. Im 15. Jahrhundert entstanden Einblattdrucke und Blockbücher, 1498 veröffentlichte Albrecht Dürer seine Apokalypse. Im späten 18. Jahrhundert entwickelte Thomas Bewick den Holzstich auf Hirnholz, der feinste Linien erlaubte und die Buch- und Zeitschriftenillustration des 19. Jahrhunderts prägte.
Holzschnitte zeigen kräftige Linien und Flächen, oft mit sichtbarer Holzmaserung in größeren Flächen. Die Druckfarbe sitzt auf der Papieroberfläche, an den Rändern der Linien bildet sich mitunter ein Quetschrand. Auf der Rückseite ist oft eine leichte Prägung zu spüren. Ein Plattenrand fehlt. Holzstiche haben feinste, dicht gesetzte Linien. Unter der Lupe zeigen Reproduktionen Rasterpunkte. Ausgebrochene Stege im Stock erscheinen als Lücken in Linien.
Holzschnitte alter Meister in frühen Abzügen sind gesucht und erfordern Spezialisten. Buchholzschnitte und Holzstiche des 19. Jahrhunderts sind häufig und haben meist geringen Einzelwert. Späte Abzüge von alten Stöcken kommen vor und zeigen Lücken und Risse im Druckbild. Wasserzeichen und Papier helfen bei der Datierung früher Drucke.
So prüfen Sie es
- kräftige Linien und Flächen
- Holzmaserung in Flächen
- Quetschrand an Linienkanten
- leichte Prägung auf der Rückseite
- kein Plattenrand
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