Künstler: Internationale Grafik
Frans Masereel
Holzschneider, Maler, 1889–1972, Blankenberge – Genf – Paris – Nizza
Flämischer Holzschneider der Bildromane ohne Worte; „Die Passion eines Menschen“ (1918) und „Mein Stundenbuch“ (1919) erschienen in hohen Auflagen.
Frans Masereel studierte in Gent und ging 1916 als Pazifist nach Genf, wo er Holzschnitte für Zeitschriften der Friedensbewegung schuf. Dort entstanden seine Bildromane, Folgen von Holzschnitten ohne Text: „Die Passion eines Menschen“ (1918), „Mein Stundenbuch“ (1919), „Die Idee“ (1920) und „Die Stadt“ (1925). Ab 1922 lebte er in Paris, nach 1945 in Nizza. 1949–1951 lehrte er in Saarbrücken. Er starb 1972 in Avignon.
Masereels Holzschnitte arbeiten mit kräftigem Schwarz-Weiß, großen Flächen und knappen Linien: Großstadt, Arbeit, Liebe, Krieg und das Schicksal des Einzelnen gegenüber der Masse. Die Bildromane erschienen in deutscher Ausgabe beim Kurt Wolff Verlag, teils mit Vorworten bekannter Autoren wie Thomas Mann, und erreichten hohe Auflagen. Daneben malte er und illustrierte Bücher anderer Autoren. Ab den 1920er Jahren malte er auch Hafen- und Großstadtbilder in kräftiger Farbe.
Die meisten Masereel-Blätter im Umlauf stammen aus Büchern und sind vom Klischee oder Stock in hoher Auflage gedruckt. Signierte Einzelabzüge vom Holzstock sind seltener und zeigen Prägung und satte Schwärze. Bei Büchern zählen Ausgabe, Auflage, Einband und Vorwort. Aus Büchern gelöste Seiten sind am Format und an Bindungsspuren zu erkennen.
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