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Material: Malerei & Grafik

Farblithografie

Lithografie in mehreren Farben von getrennten Steinen, die Technik der Plakate von Chéret, Toulouse-Lautrec und Mucha.

Bei der Farblithografie, auch Chromolithografie, wird jede Farbe von einem eigenen Stein gedruckt; aufwendige Blätter benötigten zehn und mehr Steine. Ab den 1830er-Jahren verbreitete sich das Verfahren für Buchillustrationen, Andachtsbilder, Etiketten und Reproduktionen von Gemälden. In den 1890er-Jahren prägten Jules Chéret, Henri de Toulouse-Lautrec und Alfons Mucha das künstlerische Plakat. In Wien gestalteten Künstler der Secession Plakate und Blätter für Ver Sacrum. Auch Ansichtskarten wurden bis um 1914 häufig lithografiert.

Farblithografien zeigen unter der Lupe übereinanderliegende Farbflächen mit unregelmäßigem Korn, oft mit kleinen Passerversätzen an Farbgrenzen. Offsetdrucke weisen dagegen regelmäßige Rasterpunkte in Rosettenmustern auf. Passermarken am Rand stammen vom Druck. Plakate tragen Druckerei und Ort am Unterrand. Großformatige Plakate wurden häufig auf Leinwand aufgezogen, um sie zu erhalten. Gebrauchte Plakate zeigen Faltungen und Nadellöcher. Künstlerlithografien in Farbe tragen Bleistiftsignatur und Nummerierung.

Originalplakate des Jugendstils und der Belle Époque sind gesucht; Zustand, Größe und Druckerei bestimmen den Wert. Spätere Nachdrucke im Offset sind häufig und haben geringen Wert. Chromolithografierte Andachtsbilder und Reproduktionen haben eher dekorativen Wert. Ein fachgerechtes Aufziehen auf Leinwand schützt das Papier und mindert den Wert nicht.

So prüfen Sie es

  • unregelmäßiges Korn in Farbflächen
  • Passerversätze an Farbgrenzen
  • Druckereiangabe am Unterrand
  • Aufziehung auf Leinwand bei Plakaten
  • Rosettenraster bei Offset

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.