Künstler: Wiener Aktionismus
Hermann Nitsch
Aktionskünstler, Maler, Grafiker, 1938–2022, Wien – Prinzendorf – Mistelbach
Begründer des Orgien Mysterien Theaters; Schüttbilder, Relikte und Druckgrafik, Schloss Prinzendorf, Museen in Mistelbach und Neapel.
Hermann Nitsch, 1938 in Wien geboren, besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt und entwickelte ab Ende der 1950er Jahre die Idee des Orgien Mysterien Theaters, eines Gesamtkunstwerks aus Malerei, Musik, Ritual und Fest. 1962 war er mit Otto Muehl und Adolf Frohner an der Aktion „Die Blutorgel“ beteiligt. 1971 erwarb er Schloss Prinzendorf im Weinviertel, wo 1998 das Sechstagespiel stattfand. Er lehrte an der Frankfurter Städelschule, nahm an der documenta 5 und 7 teil und starb 2022 in Mistelbach.
Die Schüttbilder entstehen seit 1960: Nitsch goss, spritzte und verrieb Farbe, vor allem Rot, auf große Leinwände, oft auch Tierblut in den Aktionen. Zum Werk gehören Relikte der Aktionen wie Malhemden, Tragbahren und Tücher, außerdem Partituren, Architekturentwürfe und Musik. Die Druckgrafik umfasst großformatige Siebdrucke, Radierungen und Lithografien, darunter Paraphrasen auf das Abendmahl. Das nitsch museum in Mistelbach eröffnete 2007, das museo Hermann Nitsch in Neapel 2008.
Schüttbilder sind meist rückseitig signiert und datiert, oft mit Aktionsnummer oder Ortsangabe. Relikte sollten mit Fotos oder Bestätigungen dem Ereignis zugeordnet sein, aus dem sie stammen. Wegen der hohen Nachfrage gibt es Nachahmungen; Herkunft aus Galerien, die mit dem Atelier zusammenarbeiteten, und Zertifikate sind wichtig. Druckgrafik ist mit Bleistift „Hermann Nitsch“ signiert und nummeriert; bei Großformaten sind Knicke vom Rollen häufig.
Epochen & Stile
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