Künstler: Neue Sachlichkeit
George Grosz
Zeichner, Maler, Grafiker, 1893–1959, Berlin – New York – Berlin
Berliner Dadaist und Gesellschaftssatiriker; Mappen wie „Gott mit uns“ und „Ecce Homo“ sowie Zeichnungen mit Nachlassstempel kommen im Handel vor.
George Grosz, eigentlich Georg Groß, studierte in Dresden und bei Emil Orlik in Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er zu den Berliner Dadaisten und war Mitglied der KPD. Mit dem Malik-Verlag seines Freundes Wieland Herzfelde veröffentlichte er satirische Mappen, die mehrfach zu Prozessen führten. 1933 emigrierte er in die USA und lehrte an der Art Students League in New York. 1959 kehrte er nach Berlin zurück, wo er wenige Wochen später starb.
Grosz zeichnete Kriegsgewinnler, Militärs, Bürger, Prostituierte und Großstadt in scharfer, dünner Linie. Die Mappe „Gott mit uns“ (1920) brachte eine Verurteilung wegen Beleidigung der Reichswehr, „Ecce Homo“ (1923) mit 84 Schwarz-Weiß- und 16 Farbtafeln im Offsetdruck eine Anklage wegen Unzüchtigkeit. Daneben entstanden Aquarelle, Ölbilder und Lithografien. In Amerika wurden Farbe und Stimmung weicher, später auch apokalyptisch. Viele Zeichnungen sind mit Feder und Tusche ausgeführt, teils aquarelliert.
Die Druckgrafik verzeichnet Alexander Dückers (1979). Viele Zeichnungen und Aquarelle aus dem Nachlass tragen einen Nachlassstempel mit Nummer, den seine Söhne anbrachten; diese Nummern sind dokumentiert. Tafeln aus „Ecce Homo“ sind Offsetdrucke, keine Originalgrafik. Fälschungen betreffen Zeichnungen in seiner Manier. Bei Arbeiten aus deutschen Sammlungen ist die Herkunft 1933–1945 zu prüfen.
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