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Künstler: Internationale Moderne

Lyonel Feininger

Maler, Grafiker, Karikaturist, 1871–1956, New York – Berlin – Weimar – New York

Deutsch-amerikanischer Maler und Holzschneider; sein Holzschnitt „Kathedrale“ eröffnete 1919 das Bauhaus-Manifest.

Lyonel Feininger, Sohn deutscher Musiker in New York, kam 1887 nach Deutschland und arbeitete zunächst als Karikaturist für Berliner Witzblätter; für die „Chicago Tribune“ zeichnete er 1906 die Comicserie „The Kin-der-Kids“. Ab 1907 malte er, angeregt vom Kubismus, prismatisch gebrochene Architekturen. Walter Gropius berief ihn 1919 als ersten Meister an das Bauhaus. 1937 kehrte er nach New York zurück, wo er 1956 starb.

Feiningers Hauptmotive sind Kirchen, Dörfer, Brücken und die Ostsee; die Dorfkirche von Gelmeroda malte und zeichnete er immer wieder. Ab 1918 schnitt er Holzschnitte, oft kleinformatig, mit kristallinen Formen und starkem Schwarz-Weiß; der Holzschnitt „Kathedrale“ schmückte 1919 das Programm des Bauhauses. Daneben entstanden Radierungen, Lithografien, Aquarelle und Federzeichnungen mit lavierten Flächen. 1924 bildete er mit Kandinsky, Klee und Jawlensky die Gruppe „Die Blaue Vier“, die Galka Scheyer in den USA vertrat.

Die Druckgrafik verzeichnet Leona E. Prasse (1972). Viele Holzschnitte sind mit Bleistift signiert, teils mit Vermerken zum Druck. Spätere Abzüge und Reproduktionen in Bauhaus-Publikationen und Zeitschriften sind von Lebzeitabzügen zu trennen. Aquarelle und Zeichnungen der amerikanischen Zeit sind häufiger als Gemälde; bei Federzeichnungen mit Lavierung kommen Fälschungen vor. Postkarten zur Bauhaus-Ausstellung 1923 nach seinen Entwürfen sind Lithografien.

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