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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Hubert Gessner

Architekt, 1871–1943, Wallachisch Klobouk – Wien

Wagner-Schüler und Architekt der Sozialdemokratie; Arbeiterheim Favoriten, Vorwärts-Haus, Reumannhof und Karl-Seitz-Hof.

Hubert Gessner besuchte die Staatsgewerbeschule in Brünn und studierte 1894–1898 bei Otto Wagner an der Akademie, danach arbeitete er in dessen Büro. Mit seinem Bruder Franz Gessner führte er 1907–1912 viele Aufträge gemeinsam aus. Mit Victor Adler befreundet, wurde er zum Architekten der Arbeiterbewegung, ohne der Partei anzugehören. Nach 1918 zählte er zu den wichtigsten Wohnbauarchitekten des Roten Wien. Nach dem „Anschluss“ 1938 erhielt er Berufsverbot; er starb 1943 in Wien.

Das Arbeiterheim Favoriten (1901/02) verband Versammlungssaal, Gasthaus und Bibliothek. Das Vorwärts-Haus an der Rechten Wienzeile (ab 1907) nahm Druckerei, Verlag und Redaktion der Partei auf. Für die Gemeinde baute er den Reumannhof am Margaretengürtel (1924–1926) und den Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf (1926–1931) mit halbkreisförmigem Ehrenhof. Gessner entwarf auch die Innenausstattung seiner Bauten; im Handel erscheinen Pläne, Entwürfe, Festschriften und Fotografien, oft aus Beständen der Arbeiterbewegung.

Gessners Möbel und Leuchten stammen meist aus Vereins- und Parteibauten und sind ohne Herkunftsnachweis kaum zuzuordnen. Bei Plänen ist zwischen Arbeiten von Hubert und Franz Gessner zu unterscheiden; gemeinsame Blätter tragen beide Namen. Die Broschüren, die die Gemeinde Wien zur Eröffnung großer Wohnhausanlagen herausgab, sind gedruckte Quellen mit Grundrissen und Fotos und werden als Ephemera gehandelt.

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