Künstler: Kunsthandel, Sammler & Mäzene
Otto Kallir
Kunsthändler, Verleger, Kunsthistoriker, 1894–1978, Wien – New York
Gründer der Neuen Galerie in Wien und der Galerie St. Etienne in New York; legte 1930 das erste Werkverzeichnis Egon Schieles vor.
Otto Kallir kam 1894 in Wien als Otto Nirenstein zur Welt und gründete 1923 die Neue Galerie in der Grünangergasse. Die Galerie zeigte Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Alfred Kubin und machte 1931 das Werk des fast vergessenen Richard Gerstl bekannt. 1938 musste Kallir emigrieren; über Paris gelangte er nach New York, wo er 1939 die Galerie St. Etienne eröffnete. Er starb 1978 in New York.
Kallirs Buch „Egon Schiele. Persönlichkeit und Werk“ (1930) war das erste Werkverzeichnis des Malers, 1966 folgte ein Œuvrekatalog der Gemälde. In New York machte die Galerie St. Etienne die österreichische Moderne in den USA bekannt und zeigte ab 1940 Grandma Moses, deren Werkverzeichnis Kallir 1973 veröffentlichte. Seine Enkelin Jane Kallir setzte die Schiele-Forschung mit dem Werkverzeichnis von 1990 fort.
Die Nummern aus den Verzeichnissen Otto und Jane Kallirs gehören zu den Standardangaben bei Schiele-Werken; ein Blatt ohne solche Nummer braucht eine eingehende Prüfung. Galerieetiketten der Neuen Galerie auf Rückseiten belegen frühe Provenienzen. Weil Werke aus jüdischem Besitz zwischen 1938 und 1945 beschlagnahmt oder unter Zwang verkauft wurden, sind Provenienzen mit Wiener Stationen in dieser Zeit lückenlos zu klären.
Epochen & Stile
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