Kunsthandwerk & Design
Teppiche verkaufen in Wien
Ein Teppich wird nach Herkunft, Alter, Material, Knüpfung und Zustand bewertet. Das Format bestimmt mit, wie gut er sich heute weitergeben lässt.
In Wiener Wohnungen liegen Teppiche aus zwei Jahrhunderten. Die Ringstraßenzeit und der Makartstil brachten Orientteppiche in die Salons des Bürgertums, Wiener Firmen wie Philipp Haas & Söhne und Joh. Backhausen & Söhne sowie die böhmische Fabrik Ginzkey lieferten handgeknüpfte und maschinengewebte Teppiche in großer Zahl. Nach 1945 kamen Perser, Kaukasier und Afghanen aus Reisen und Fachgeschäften hinzu. In vielen Verlassenschaften finden sich deshalb ein großer Salonteppich, mehrere Brücken, ein Läufer im Vorzimmer und eine Bettumrandung, jeweils aus unterschiedlichen Regionen und Jahrzehnten.
Herkunft und Provenienz eines Teppichs behandeln wir in einem eigenen Lexikon, von Täbris und Kaschan über Kasak und Schirwan bis zu Ushak und den turkmenischen Stämmen. Diese Sparte ordnet nach Formaten und Gattungen: Salonteppich, Brücke, Läufer, Galerie, Kleinformat, Seidenteppich, Flachgewebe, Wandteppich, Tasche und Kissen. Jede Gattung hat eigene Maße, Verwendungen und Schwachstellen, die für die Bewertung wichtig sind. Ein Läufer verschleißt an anderen Stellen als ein Salonteppich, eine Satteltasche anders als ein Kelim.
Für Reinigung, Reparatur, Restaurierung und Bewertung von Orientteppichen arbeiten wir mit Orientteppich Koppensteiner zusammen, einem Fachbetrieb in der Währinger Straße 67 im 9. Bezirk. Das ist vor allem bei wertvollen Stücken wichtig: Eine fachgerechte Handwäsche, die Sicherung von Kanten und Fransen oder das Nachknüpfen einer Fehlstelle kann den Wert eines Teppichs erhalten, eine unsachgemäße Reinigung kann ihn zerstören. Lassen Sie einen Teppich deshalb vor dem Verkauf nicht in einer Textilreinigung waschen, sondern zeigen Sie ihn uns so, wie er ist.
Für eine erste Einschätzung genügen drei Fotos: die ganze Vorderseite, ein Ausschnitt der Rückseite mit Knoten und ein Detail der Fransen oder Kanten. Dazu helfen die Maße in Zentimetern. Danach besichtigen wir den Teppich kostenlos bei Ihnen in einem der 23 Wiener Bezirke, auch große Formate in eingerichteten Räumen. Das Angebot nennt jeden Teppich einzeln oder den Bestand als Ganzes; Sie erhalten den Betrag bar oder per Überweisung. Den Abtransport übernehmen wir, gerollte Teppiche sollten dafür nicht geknickt werden.
Objektgruppen
22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Salonteppiche und Saalformate
Große Teppiche ab etwa zwei mal drei Metern, gefertigt für Salon, Speisezimmer und Saal.
Brücken (Format & Bewertung)
Mittelgroße Teppiche von etwa 1,2 bis 1,5 Metern Breite, das häufigste Format in Wiener Wohnungen.
Läufer für Vorzimmer und Stiege
Schmale, lange Teppiche für Gänge, Vorzimmer und Stiegen, meist 60 bis 100 Zentimeter breit.
Galerien (Langformate)
Lange Teppiche von mehr als einem Meter Breite, gefertigt für Säle, Gänge und Seitenbereiche großer Räume.
Kleinformate und Pushti
Kleine Teppiche von etwa 60 × 90 Zentimetern bis zur Vorlegergröße, als Pushti, Sitzteppich oder Wandschmuck.
Bettumrandungen
Dreiteilige Teppichsätze aus zwei Läufern und einem Querstück, die das Bett an drei Seiten umrahmen.
Seidenteppiche (Format & Pflege)
Teppiche mit Flor aus Seide, meist kleine und mittlere Formate, empfindlich gegen Licht, Wasser und Abrieb.
Flachgewebe im Überblick
Teppiche ohne Flor in Kelim-, Sumakh-, Dschidschim- und Zili-Technik.
Wandteppiche und Wandbehänge
Gewirkte Tapisserien, Verdüren und textile Wandbehänge vom 16. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert.
Satteltaschen und Taschenfronten
Geknüpfte und gewebte Taschen der Nomaden für Pferd, Kamel und Zelt, oft nur als Vorderseite erhalten.
Salztaschen, Zeltbänder und Pferdedecken
Gebrauchstextilien der Nomaden: Salzbehälter, Zeltbänder, Decken für Pferd und Kamel.
Teppichkissen und Polsterbezüge
Kissen, Sitzauflagen und Möbelbezüge aus Knüpfteppich, Kelim oder Teppichfragmenten.
Rund- und Sonderformate
Runde, ovale, achteckige und quadratische Teppiche, oft als Auftragsarbeit für einen bestimmten Raum.
Teppichfragmente und Sammlerstücke
Erhaltene Teile antiker Teppiche, die für Sammler und Museen wegen Alter, Muster oder Farben interessant sind.
Figurale Knüpfteppiche
Teppiche mit Darstellungen von Menschen, Tieren, Herrschern, Dichtern und Szenen aus Literatur und Geschichte.
Datierte und signierte Teppiche
Teppiche mit eingeknüpfter Jahreszahl, Werkstattsignatur oder Widmungsinschrift.
Teppiche österreichischer Manufakturen
Handgeknüpfte und maschinengewebte Teppiche von Ginzkey, Backhausen und Philipp Haas & Söhne.
Künstler- und Designerteppiche
Teppiche nach Entwürfen von Künstlern und Architekten, von der Wiener Werkstätte bis zur skandinavischen Moderne.
Maschinengewebte Teppiche der Gründerzeit
Industriell gewebte Teppiche und Läufer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit orientalisierenden und…
Moderne Knüpfteppiche nach 1970
Handgeknüpfte Teppiche der jüngeren Produktion aus Iran, Indien, Pakistan, Nepal und Tibet.
Altar- und Kirchenteppiche
Teppiche für Altarstufen, Chorräume und Sakristeien, als Stiftung oder Auftragsarbeit gefertigt.
Reparaturbedürftige Teppiche
Teppiche mit Löchern, Mottenschäden, offenen Kanten oder fehlenden Fransen, deren Substanz eine Restaurierung lohnt.
Wovon der Wert abhängt
Herkunft
Region, Stadt oder Stamm bestimmen Muster, Material und Sammlerinteresse. Die Provenienzen erläutert unser Teppich-Lexikon.
Alter
Antike Teppiche vor etwa 1920 und semi-antike Stücke werden anders bewertet als neue Knüpfungen. Datierungen in Kartuschen helfen bei der Einordnung.
Material und Farben
Feine Wolle, Korkwolle oder Seide und Pflanzenfarben mit lebendigem Abrasch heben den Wert. Synthetische Farben der Frühzeit, die ausgeblichen oder ausgelaufen sind, mindern ihn.
Knüpfung
Knotenart und Knotendichte zeigen den Arbeitsaufwand. Eine hohe Dichte allein macht aber noch keinen guten Teppich.
Zustand
Gleichmäßiger Flor, intakte Kanten und Fransen und fehlende Mottenschäden sind entscheidend. Abgetretene Stellen, Löcher und Farbläufer mindern den Wert.
Format
Brücken und mittlere Salonformate lassen sich leichter weitergeben als sehr große Saalteppiche oder ungewöhnliche Maße.
Hersteller und Entwerfer
Signierte Manufakturteppiche und Entwürfe von Künstlern der Wiener Werkstätte oder von Josef Frank haben einen eigenen Sammlermarkt.
Originale erkennen
Die Rückseite unterscheidet den handgeknüpften vom maschinengewebten Teppich. Bei der Handknüpfung ist das Muster auf der Rückseite fast so deutlich wie vorne, die Knoten sind leicht unregelmäßig, und die Fransen sind die Enden der Kettfäden, die durch den ganzen Teppich laufen. Maschinenteppiche haben eine gleichmäßige Rückseite, oft mit Jute- oder Latexschicht, und angenähte Fransen. Getuftete Teppiche sind auf der Rückseite mit Stoff oder Latex verklebt. Flachgewebe wie der Kelim haben keinen Flor und sind beidseitig gleich.
Seide glänzt anders als Wolle: Sie wirkt je nach Blickrichtung hell oder dunkel und fühlt sich kühl und glatt an. Viele als Seidenteppich verkaufte Stücke bestehen aus Viskose, auch Kunstseide genannt, die bei Nässe ihre Festigkeit verliert. Merzerisierte Baumwolle sieht ebenfalls seidig aus. Pflanzenfarben ergeben feine Farbschwankungen, den sogenannten Abrasch, synthetische Farben wirken gleichmäßiger. Datierungen in arabischen Ziffern nach der islamischen Zeitrechnung lassen sich umrechnen, stimmen aber nicht immer, weil sie auch nachträglich eingeknüpft wurden.
Teppiche in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
4
- Josef Hoffmann1870–1956
- Koloman Moser1868–1918
- Josef Frank1885–1967
- Ugo Zovetti1879–1974
Manufakturen & Marken
7
- Joh. Backhausen & Söhneseit 1849
- Philipp Haas & Söhneab 1810 bis ins 20. Jahrhundert
- Ginzkeyab 1843 bis 1945
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Wiener Gobelin-Manufaktur20. Jahrhundert
- Haus & Gartenseit 1925
- Svenskt Tennseit 1924
Teppiche nach Herkunft
155
- Abadeh
- Abrasch
- Afghan
- Afghanische Kriegsteppiche
- Afschan
- Afshar
- Agra
- Ahar
- Akstafa
- Amritsar
- Anatolischer Kelim
- Antik, semi-antik, neu
- Arabatschi
- Arak
- Ardebil
- Art-déco-Teppiche
- Aubusson-Teppiche
- Azilal
- Bachtiar
- Backhausen-Teppiche
- Baotou
- Belutsch (Afghanistan)
- Belutsch (Persien)
- Beni Ourain
- Berberteppiche
- Bergama
- Beschir
- Bessarabien
- Bidjar
- Birdjand
- Borchalou
- Boteh
- Boucherouite
- Brücke (Teppichformat)
- Buchara
- Chila
- China Art Déco
- Chodor
- Chondzoresk
- Dagestan
- Derbent
- Döşemealtı
- Dschidschim
- Engsi
- Ersari
- Fachralo
- Ferahan
- Gabbeh
- Gartenmuster
- Gebetsteppich
- Gendje
- Ghom
- Ginzkey-Teppiche
- Gördes
- Gorovan
- Gul
- Haas-Teppiche
- Hamadan
- Herati
- Hereke
- Heriz
- Holbein- und Lotto-Muster
- Hosseinabad
- Ikat
- Indo-Gabbeh
- Indo-Täbris und Indo-Nain
- Isfahan
- Jagdmuster
- Joshagan
- Jugendstil-Teppiche aus Wien
- Kairouan
- Karabagh
- Karadja
- Karatschoph
- Kars
- Kasak
- Kaschan
- Kaschkai
- Kaukasus-Kelim
- Kayseri
- Kelim
- Kerman
- Khotan
- Knotenarten
- Knotendichte
- Konya
- Korkwolle
- Kuba (Kaukasus)
- Kula
- Kurdische Teppiche
- Ladik
- Lahore
- Läufer und Galerie
- Lebensbaummuster
- Lesghi
- Lilian-Teppiche
- Lori-Pambak
- Luri
- Mahal
- Malayer
- Mamluken-Teppiche
- Maschinen- und Tuftteppiche
- Medaillonmuster
- Mehraban
- Mesched
- Mihrab
- Milas
- Mina-Khani
- Moud
- Mudjur
- Mughal-Teppiche
- Nain
- Nepal-Teppiche
- Ningxia
- Pakistan Bukhara
- Peking-Teppiche
- Pendeh
- Pflanzenfarben und synthetische Farben
- Salor
- Samarkand
- Saruk
- Saryk
- Savonnerie-Teppiche
- Schirwan
- Seichur
- Seidenteppich
- Senneh
- Seraband
- Shiraz
- Sileh
- Skandinavische Rya
- Smyrna
- Sumakh
- Sumakh-Technik
- Suzani
- Täbris
- Talisch
- Tapisserien
- Taşpınar
- Tekke
- Tibet-Teppiche
- Turkmenische Taschen
- Ushak
- Vasenmuster
- Veramin
- Verneh
- Viss
- Wiener-Werkstätte-Teppiche
- Yahyali
- Yazd
- Yomut
- Yürük
- Zandjan
- Ziegler-Mahal
- Zili
Epochen & Stile
10
- Historismusum 1840–1914
- Ringstraßenstilum 1860–1890
- Makartstilum 1870–1890
- Orientalismusum 1830–1914
- Jugendstilum 1895–1914
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art découm 1920–1940
- Bauhaus1919–1933
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
Materialien, Techniken & Punzen
2
Fragen zu Teppiche
Soll ich meinen Teppich vor dem Verkauf reinigen lassen?
Nein. Eine falsche Reinigung kann Farben ausbluten lassen und Fasern schädigen. Zeigen Sie uns den Teppich so, wie er ist; wenn eine Reinigung sinnvoll ist, erfolgt sie fachgerecht bei Orientteppich Koppensteiner.
Woran erkenne ich, ob mein Teppich handgeknüpft ist?
Drehen Sie eine Ecke um. Bei einem handgeknüpften Teppich ist das Muster auf der Rückseite gut sichtbar und leicht unregelmäßig, die Fransen sind Teil der Kette. Eine glatte Rückseite mit Latex oder Stoff und angenähte Fransen sprechen für Maschinenware.
Kaufen Sie auch beschädigte Teppiche?
Ja, wenn die Substanz es rechtfertigt. Bei antiken und gesuchten Stücken lohnt eine Reparatur durch einen Fachbetrieb wie Koppensteiner; bei einfachen, stark abgetretenen Teppichen ist das oft nicht der Fall.
Was ist der Unterschied zwischen einer Brücke und einem Läufer?
Brücke nennt man im Handel einen Teppich von etwa 1,2 bis 1,5 Metern Breite und rund 1,8 bis 2,3 Metern Länge. Ein Läufer ist schmal und lang, meist 0,6 bis 1 Meter breit und zwei bis sechs Meter lang.
Ist mein Seidenteppich wirklich aus Seide?
Das prüfen wir bei der Besichtigung. Viele Seidenteppiche bestehen aus Viskose oder merzerisierter Baumwolle. Echte Seide hat eine sehr feine Knüpfung, einen eigenen Glanz und dünne, feste Kettfäden.
Nehmen Sie auch sehr große Teppiche?
Ja. Saalformate über drei mal vier Meter besichtigen wir vor Ort und übernehmen nach dem Ankauf den Abtransport. Der Markt für sehr große Formate ist kleiner, was sich in der Bewertung niederschlägt.
Wie alt muss ein Teppich sein, um als antik zu gelten?
Im Handel gelten Teppiche ab etwa 80 bis 100 Jahren als antik, Stücke zwischen etwa 50 und 80 Jahren als semi-antik. Das Alter allein bestimmt den Wert aber nicht; Herkunft, Qualität und Zustand wiegen ebenso schwer.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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