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Epoche

Art Club

Kunstbewegung, 1947–1959

Wiener Künstlervereinigung der Nachkriegszeit um Albert Paris Gütersloh, die im Strohkoffer unter der Loos-Bar die junge Avantgarde versammelte.

Der Art Club wurde 1947 in Wien gegründet, Präsident war der Maler und Schriftsteller Albert Paris Gütersloh. Er verstand sich als Gegengewicht zu den konservativen Künstlervereinigungen und versammelte Malerei, Bildhauerei, Literatur und Musik. Ab 1951 traf man sich im „Strohkoffer“, einem mit Strohmatten ausgekleideten Kellerlokal unter der Loos-Bar im Kärntner Durchgang. Interne Gegensätze zwischen Abstrakten und Phantasten führten Ende der 1950er-Jahre zur Auflösung.

Der Art Club vereinte gegensätzliche Richtungen: surrealistische und phantastische Malerei der späteren Wiener Schule, abstrakte und informelle Ansätze, Plastik von Fritz Wotruba und seinen Schülern, Lyrik der späteren Wiener Gruppe. Werke der Zeit zeigen oft kleine Formate, Gouachen, Zeichnungen und Druckgrafik, weil Material knapp war. Ausstellungskataloge und Plakate in einfacher Typografie dokumentieren die Aktivitäten. Viele Mitglieder hatten Kontakt zu Paris und Italien. Fritz Wotrubas blockhafte Steinfiguren prägten eine Generation von Bildhauern.

Zu den Mitgliedern gehörten Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Wolfgang Hutter, Anton Lehmden, Rudolf Hausner, Friedensreich Hundertwasser, Kurt Moldovan, Edgar Jené und Fritz Wotruba. Der Strohkoffer im Ersten Bezirk war Treffpunkt und Ausstellungsraum. Im Handel sind frühe Arbeiten dieser Künstler aus den Jahren um 1950, Kataloge und Plakate des Art Club gesucht. Ausstellungen fanden auch in der Secession und im Ausland statt.

Frühe Arbeiten sind oft auf einfachem Papier oder Karton entstanden, signiert und datiert; Ausstellungsnummern und Art-Club-Etiketten auf der Rückseite belegen die Herkunft. Fälschungen früher Werke von Hundertwasser und Fuchs sind bekannt; Werkverzeichnisse und Archive der Künstler sind zu konsultieren. Kataloge des Art Club sind dünne, schlicht gesetzte Hefte mit wenigen Abbildungen und werden als Dokumente gesammelt.

Woran man es erkennt

  • Nebeneinander von Phantastik und Abstraktion
  • kleine Formate und Gouachen
  • Druckgrafik und Zeichnung
  • Plastik aus dem Wotruba-Kreis
  • einfache Kataloge und Plakate
  • Kontakt zu Paris und Italien
  • Treffpunkt Strohkoffer
  • Rückseitige Ausstellungsetiketten

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.