Künstler: Ringstraßen-Architektur
Eduard van der Nüll
Architekt, Ornamententwerfer, 1812–1868, Wien – Wien
Entwerfer der Innenausstattung und Dekoration der Wiener Hofoper; arbeitete mit August Sicard von Sicardsburg und lehrte Ornamentik an der Akademie.
Eduard van der Nüll studierte am Polytechnikum und an der Akademie in Wien und lehrte dort ab 1844 Ornamentik und Perspektive. Mit August Sicard von Sicardsburg bildete er eine Arbeitsgemeinschaft, in der er für Dekoration, Innenräume und Ornament zuständig war. Die öffentliche Kritik an der Hofoper und eine Bemerkung des Kaisers trafen ihn schwer; im April 1868 nahm er sich das Leben, ein Jahr vor der Eröffnung des Hauses.
Für die Hofoper (1861–1869) entwarf van der Nüll Stiegenhaus, Foyer, Logen, Deckendekoration, Luster und Beschläge. Nach dem Tod von Johann Georg Müller 1849 übernahm er das Ausstattungskonzept der Altlerchenfelder Pfarrkirche. Mit Sicardsburg entstanden das Carltheater und das alte Haas-Haus. Seine Ornamententwürfe wirkten als Vorlagen auf Wiener Kunsthandwerker der 1850er und 1860er Jahre. Beim Brand 1945 wurden viele Räume zerstört; Stiegenhaus und Foyer blieben erhalten.
Ornamentblätter und Vorlagen van der Nülls erschienen gedruckt und werden als Grafik gehandelt; Handzeichnungen sind selten und liegen meist in Wiener Sammlungen. Ausstattungsteile der Oper wurden 1945 großteils zerstört, erhaltene Stücke sind Staatsbesitz. Möbel und Luster im Stil der Oper sind häufig spätere Nachahmungen ohne Bezug zu ihm oder zur Oper.
Epochen & Stile
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