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Künstler: Zwischenkriegszeit

Uriel Birnbaum

Maler, Illustrator, Dichter, 1894–1956, Wien – Amersfoort

Wiener Maler, Illustrator und Dichter visionärer Bildzyklen; illustrierte Poe und Carrolls „Alice im Spiegelland“.

Uriel Birnbaum, Sohn des Publizisten Nathan Birnbaum, wurde 1894 in Wien geboren. Seine künstlerische Ausbildung beschränkte sich auf einen Monat an einer Berliner Kunstschule 1913. Als Leutnant der Feldjäger wurde er in der elften Isonzoschlacht schwer verwundet und war danach auf den Rollstuhl angewiesen. In den Niederlanden überlebte er die NS-Zeit zunächst durch die Ehe mit seiner nichtjüdischen Frau, ab 1943 im Versteck. Er starb 1956 in Amersfoort.

Birnbaum schuf Bildzyklen mit visionären, oft apokalyptischen und religiösen Themen in Aquarell, Deckfarbe und Feder, darunter „Weltuntergang“ (1921). Er illustrierte Werke von Edgar Allan Poe und Lewis Carrolls „Alice im Spiegelland“ (Wien 1923). Seine Bilder zeigen kristalline Architekturen, kosmische Räume und Figuren in leuchtender Farbe. Daneben schrieb er Gedichte und Prosa und zeichnete Karikaturen. Die Alice-Ausgabe von 1923 erschien in Wien mit farbigen Bildtafeln.

Birnbaums Originale sind selten; viele Arbeiten liegen heute in Sammlungen, etwa im Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam. Im Handel begegnen vor allem seine Bücher und Mappen mit gedruckten Bildtafeln. Bei Büchern sind Vollständigkeit der Tafeln und Zustand des Einbands entscheidend. Originalaquarelle zeigen Vorzeichnung, Deckweiß und Farbauftrag unter Streiflicht. Aus Mappen gelöste Tafeln sind am Format zu erkennen.

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