Kulturen der Welt
Tribal Art & außereuropäische Kunst verkaufen in Wien
Antiquitäten Wien kauft Kunst und Gebrauchsgegenstände aus Afrika, Ozeanien, Australien und Amerika – nach Prüfung von Herkunft, Echtheit und Rechtslage.
Außereuropäische Kunst kam über Forschungsreisen, Missionen, Handel und Kolonialverwaltungen nach Wien. Die Weltumsegelung der Fregatte Novara 1857 bis 1859 brachte Sammlungen aus Ozeanien und Südamerika, Emil Holub zeigte in Wien Objekte aus dem südlichen Afrika, und Teile dieser und anderer Sammlungen gelangten in das heutige Weltmuseum Wien. Im frühen 20. Jahrhundert entdeckten Künstler wie Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde afrikanische und ozeanische Skulptur als Vorbild; Max Pechstein reiste 1914 nach Palau. Seither sammeln auch Wiener Privatleute Masken, Figuren und Textilien.
Viele Objekte haben eine Geschichte, die man kennen muss. Manche wurden unter kolonialer Gewalt entwendet, andere sind religiöse Gegenstände, deren Besitz ihre Herkunftsgemeinschaften Außenstehenden nicht zugestehen, wieder andere wurden aus archäologischen Fundstätten geplündert. Deshalb fragen wir bei jedem Stück nach dem Weg nach Europa: alte Etiketten, Reisetagebücher, Briefe, Fotos aus Familienalben oder Rechnungen von Händlern. Gut dokumentierte Bestände aus Missions- oder Reisebesitz sind für Sammler und Museen gleichermaßen interessant und erleichtern einen verantwortungsvollen Weiterverkauf.
Der Markt unterscheidet scharf zwischen Objekten, die in ihrer Kultur verwendet wurden, und Stücken, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts für Reisende und den Export gefertigt wurden. Gebrauchsspuren, Reparaturen mit eigenen Materialien, Abnutzung an Griffen und Auflagestellen und eine gewachsene Oberfläche sprechen für ein verwendetes Objekt; schwarze Schuhcreme, künstlicher Schmutz und scharfe, frische Schnitzspuren für Touristenware. Auch diese kann Wert haben, etwa signierte Makonde-Skulpturen oder Tingatinga-Bilder. Restaurierte, geölte oder abgeschliffene Objekte verlieren deutlich an Wert.
Für eine erste Einschätzung schicken Sie uns Fotos per WhatsApp oder über das Formular: das Objekt von allen Seiten, Rückseiten, Innenseiten von Masken, Etiketten, Inventarnummern und Unterlagen zur Herkunft. Danach kommen wir kostenlos zur Besichtigung in jeden der 23 Bezirke und begründen unser Angebot. Sammlungen bewerten wir möglichst geschlossen, weil ihre Dokumentation zusammengehört. Bezahlt wird bar oder per Überweisung, auf Wunsch holen wir ab und verpacken empfindliche Stücke fachgerecht. Unterlagen zur Herkunft geben Sie bitte im Original mit, wenn das Objekt den Besitzer wechselt.
Objektgruppen
21 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Afrikanische Masken
Gesichts-, Helm- und Aufsatzmasken aus West- und Zentralafrika, getragen bei Initiationen, Begräbnissen, Festen und…
Afrikanische Ahnen- und Kultfiguren
Figuren für Ahnenkult, Heilung, Schutz und Wahrsagung aus West- und Zentralafrika, vom Ere Ibeji bis zur Nagelfigur.
Hocker und Kopfstützen
Sitzmöbel, Nackenstützen und Throne aus Holz, oft mit figürlichen Stützen, aus West-, Zentral- und Ostafrika.
Akan-Goldgewichte
Kleine Messinggewichte zum Abwiegen von Goldstaub, im Wachsausschmelzverfahren gegossen, aus Ghana und der…
Afrikanischer Gelbguss
Figuren, Masken und Schmuck aus Messing und Bronze aus Westafrika und dem Kameruner Grasland, ohne Objekte aus der…
Afrikanische Textilien
Gewebte, gefärbte und bestickte Stoffe aus West- und Zentralafrika, von Kente und Kuba-Raffiaplüsch bis Bogolan und…
Löffel, Kämme und Gefäße
Geschnitzte Gebrauchsgegenstände aus Holz, Horn und Kalebasse, von Prunklöffeln der Dan bis zu Bechern der Kuba.
Traditionelle Zahlungsmittel
Metallische und andere Währungen Afrikas vor der Einführung des Münzgelds: Manillen, Katanga-Kreuze, Kissi-Geld und…
Afrikanischer Schmuck
Arm-, Hals- und Ohrschmuck aus Messing, Silber, Gold und Glasperlen, vom Tuareg-Kreuz bis zur venezianischen…
Prunkwaffen und Zeremonialäxte
Rang- und Zeremonialwaffen aus Afrika: Prunkäxte, Wurfeisen, Kurzschwerter und Messer, häufig mit geschnitzten Griffen…
Ostafrikanische Kunst des 20. Jahrhunderts
Makonde-Skulpturen aus Mosambik und Tansania und Tingatinga-Malerei aus Daressalam, zwischen Tradition und Kunstmarkt.
Kunst aus Neuguinea und Melanesien
Masken, Haken, Kanuschnitzereien und Ahnenfiguren vom Sepik, aus Neuirland, den Salomonen und Vanuatu.
Keulen, Paddel und Schnitzwerk aus Polynesien
Waffen, Zeremonialgerät und Schmuck aus Fidschi, Tonga, Samoa, den Marquesas, den Austral-Inseln und Neuseeland.
Kunst der Aborigines
Rindenmalerei aus Arnhemland, Punktmalerei aus der Westlichen Wüste und Gebrauchsgegenstände wie Bumerangs und Schilde.
Inuit-Skulpturen
Skulpturen aus Speckstein, Serpentin und Walknochen und Grafik der Inuit aus der kanadischen Arktis, seit den späten…
Perlen- und Quillarbeiten Nordamerikas
Kleidung, Taschen und Zeremonialgegenstände mit Glasperlen und Stachelschweinborsten von den Plains und aus dem…
Pueblo-Keramik
Handgeformte, bemalte Keramik der Pueblo-Völker im Südwesten der USA, von Acoma und Hopi bis zur schwarzen Ware aus…
Navajo- und Pueblo-Silberschmuck
Silberschmuck mit Türkis aus dem Südwesten der USA: Concho-Gürtel, Squash-Blossom-Ketten, Armreifen und Ringe.
Präkolumbische Keramik
Keramik der Kulturen Mittel- und Südamerikas vor 1492, von Moche-Porträtgefäßen bis zu westmexikanischen Grabfiguren…
Stammeskunst aus Indonesien
Arbeiten der Batak, Dayak, Nias, Asmat und anderer Völker Indonesiens: Zauberstäbe, Ahnenfiguren, Masken, Schilde und…
Himalaya-Masken
Holzmasken aus den mittleren Bergregionen Nepals und dem Himalaya, verwendet von Schamanen, bei Festen und Tänzen.
Wovon der Wert abhängt
Verwendung
Objekte, die in ihrer Kultur gebraucht wurden, sind deutlich gesuchter als für den Verkauf gefertigte Stücke. Gebrauchsspuren und eigene Reparaturen belegen den Gebrauch.
Provenienz
Frühe Sammlungsgeschichte, alte Etiketten, Fotos und Publikationen steigern den Wert erheblich und sind für viele Objekte Voraussetzung für den Ankauf.
Qualität und Stil
Ausdruck, Proportion und Schnitzqualität innerhalb eines regionalen Stils trennen bedeutende Werke von Durchschnittsware.
Oberfläche
Eine gewachsene Patina ist wertbestimmend. Abschleifen, Ölen und Lackieren mindern den Wert stark.
Alter
Stücke, die vor etwa 1950 entstanden und gesammelt wurden, sind am gefragtesten, bei Ozeanien vor allem Arbeiten des 19. Jahrhunderts.
Rechtslage
Artenschutz, Kulturgüterrecht und Restitutionsfragen entscheiden, ob ein Objekt überhaupt handelbar ist.
Originale erkennen
Getragene Masken zeigen innen dunkle, glatte Stellen an Stirn, Wangen und Kinn, wo Haut und Schweiß das Holz berührt haben, und ausgeweitete Befestigungslöcher am Rand. Figuren sind an Stellen abgegriffen, an denen man sie hielt, Ere-Ibeji der Yoruba etwa an Gesicht und Frisur, weil sie gewaschen, gesalbt und gefüttert wurden. Opferpatina bildet krustige Schichten in Vertiefungen, nicht gleichmäßig auf der ganzen Oberfläche. Touristenstücke sind oft innen frisch, außen mit Schuhcreme geschwärzt und an allen Kanten gleich scharf.
Ozeanische Schnitzereien des 19. Jahrhunderts zeigen bei frühen Stücken Spuren von Werkzeugen aus Stein, Muschel oder Haifischzahn, später von Stahlklingen; die Oberfläche ist dicht und dunkel poliert. Nordamerikanische Perlenarbeiten des 19. Jahrhunderts sind mit Tiersehne genäht, spätere oft mit Baumwollfaden; die Glasperlen kamen häufig aus Venedig und aus Gablonz in Böhmen. Pueblo-Keramik trägt seit den 1920er-Jahren zunehmend Signaturen auf dem Boden. Inuit-Skulpturen werden seit 1958 mit dem Igloo-Etikett der kanadischen Regierung zertifiziert.
Objekte aus kolonialen Gewaltkontexten, für die Rückgabeforderungen bestehen, etwa die 1897 aus dem Königreich Benin geraubten Bronzen, kaufen wir nicht. Archäologische Funde, darunter präkolumbische Keramik, übernehmen wir nur mit lückenlosem Nachweis, dass sie vor 1970 rechtmäßig ausgeführt wurden (UNESCO-Übereinkommen von 1970). Menschliche Überreste wie präparierte Köpfe, Schädel und Knochenobjekte sowie geheime Ritualgegenstände, deren Besitz indigene Gemeinschaften Außenstehenden untersagen, sind ausgeschlossen. Objekte mit Elfenbein, Walzahn, Schildpatt, Fell oder Federn geschützter Arten kaufen wir nur mit artenschutzrechtlichen Nachweisen (CITES, VO (EG) 338/97, VO (EU) 2021/2280).
Tribal Art & außereuropäische Kunst in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
4
- Pablo Picasso1881–1973
- Ernst Ludwig Kirchner1880–1938
- Emil Nolde1867–1956
- Max Pechstein1881–1955
Epochen & Stile
3
- Expressionismusum 1905–1925
- Die Brücke1905–1913
- Kubismusum 1907–1925
Fragen zu Tribal Art & außereuropäische Kunst
Woran erkenne ich eine getragene afrikanische Maske?
An der Innenseite: Dort zeigen getragene Masken dunkle, glatt geriebene Stellen, Schweißspuren und ausgeweitete Befestigungslöcher. Außen sind Kanten und Nase abgegriffen, die Oberfläche ist unregelmäßig. Fotos von innen sind für die Einschätzung unverzichtbar.
Kaufen Sie Stücke ohne Herkunftsnachweis?
Bei vielen Objekten genügt ein plausibler Nachweis, dass sie seit Langem in Europa sind, etwa Erbunterlagen, alte Familienfotos oder Händleretiketten. Archäologische Funde, Objekte aus Benin und Stücke mit Verdacht auf Raub übernehmen wir ohne lückenlose Provenienz nicht. Im Zweifel klären wir die Lage vor dem Angebot.
Was ist Touristenkunst und hat sie Wert?
So nennt der Handel Stücke, die seit etwa 1950 für Reisende und den Export gefertigt wurden. Die meisten haben geringen Sammlerwert; signierte Makonde-Skulpturen, Tingatinga-Bilder und frühe Andenken der Kolonialzeit finden aber Käufer.
Kaufen Sie Objekte mit Federn, Fell oder Elfenbein?
Nur mit den Nachweisen, die das Artenschutzrecht verlangt. Elfenbein unterliegt seit 2022 besonders strengen EU-Regeln. Wir prüfen Material und Rechtslage bei der Besichtigung.
Wir haben die Sammlung eines Missionars geerbt – wie gehen wir vor?
Lassen Sie die Sammlung beisammen und suchen Sie Briefe, Listen, Fotos und Tagebücher zusammen. Solche Unterlagen belegen Herkunft und Zeit und steigern das Interesse erheblich. Wir bewerten den Bestand vor Ort als Ganzes.
Kaufen Sie präkolumbische Keramik?
Nur wenn belegt ist, dass die Stücke vor 1970 rechtmäßig aus ihrem Ursprungsland ausgeführt wurden. Fälschungen sind in diesem Gebiet sehr häufig; Thermolumineszenz-Gutachten älterer Sammlungen helfen bei der Einschätzung.
Soll ich eine Figur reinigen oder ölen?
Bitte nicht. Die Oberfläche mit ihrer Patina und eventuellen Opferspuren ist Teil des Objekts und seines Werts. Staub lässt sich später fachgerecht entfernen.
Kaufen Sie auch moderne afrikanische Kunst?
Ja, insbesondere signierte Malerei und Skulptur des 20. Jahrhunderts, etwa aus Tansania, Mosambik, Nigeria oder dem Kongo. Für die Bewertung zählen Künstler, Entstehungszeit und Erhaltung.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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