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Künstler: Internationale Grafik

Ernst Barlach

Bildhauer, Grafiker, Dichter, 1870–1938, Wedel – Güstrow

Bildhauer, Grafiker und Dramatiker aus Wedel; Holzschnitte, Lithografien und Bronzen, viele davon posthum gegossen.

Ernst Barlach studierte in Hamburg und Dresden und reiste 1906 nach Russland; die Begegnung mit der Landbevölkerung prägte seine blockhaften Figuren. Ab 1910 lebte er in Güstrow. Er schrieb Dramen, die er selbst illustrierte. Für den Güstrower Dom schuf er 1927 den „Schwebenden“, ein Mahnmal für die Kriegstoten, das die Nationalsozialisten 1937 entfernten. Viele seiner Werke wurden als „entartet“ beschlagnahmt. Er starb 1938 in Rostock.

Barlachs Druckgrafik umfasst Lithografien zu eigenen Dramen wie „Der tote Tag“ (1912) und „Der arme Vetter“ sowie Holzschnitte, darunter „Die Wandlungen Gottes“ (1920/21). Seine Plastiken entstanden in Holz, Gips, Keramik und Bronze; Figuren wie „Der Rächer“ oder „Lesender Klosterschüler“ gibt es in mehreren Güssen. Die Formen sind geschlossen, die Gewänder umhüllen die Körper wie Schalen. Der „Schwebende“ wurde nach dem Krieg aus einem erhaltenen Guss neu abgeformt.

Friedrich Schult verzeichnete Plastik, Grafik und Zeichnungen. Viele Bronzen wurden nach Barlachs Tod gegossen; Gießerstempel, Nummerierung und Gussjahr entscheiden über die Einordnung als Lebzeit- oder posthumer Guss. Holzschnitte sind auf Bleistiftsignatur und Papier zu prüfen. Kunstguss-Repliken und Abgüsse ohne Autorisierung kommen vor. Das Ernst Barlach Haus in Hamburg und die Gedenkstätte in Güstrow bieten Vergleichsbestände.

Epochen & Stile

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