Technik, Musik & Mode
Musikinstrumente verkaufen in Wien
Antiquitäten Wien kauft Musikinstrumente aus Wiener Werkstätten und internationaler Fertigung – Streich- und Zupfinstrumente, Tasteninstrumente, Blasinstrumente, Harmonikas und mechanische Musikwerke.
Wien war über Jahrhunderte eine Stadt der Instrumentenbauer. Im Barock arbeiteten hier Geigenmacher wie die Familien Stadlmann und Thir, zwischen 1780 und 1850 bauten Anton Walter, Nannette Streicher und Conrad Graf Hammerflügel für Mozart, Beethoven und das Wiener Bürgertum. Johann Georg Stauffer entwickelte Gitarren und das Arpeggione, Cyrill Demian ließ 1829 in Wien das Akkordeon patentieren, Leopold Uhlmann 1830 das Wiener Ventil. Ignaz Bösendorfer gründete 1828 seine Klavierfabrik, Friedrich Ehrbar folgte 1855. Diese Tradition prägt bis heute, was in Wiener Wohnungen an Instrumenten erhalten ist.
In Nachlässen finden sich häufig Geigen in alten Kästen, oft mit Zetteln berühmter italienischer Meister, die in Wahrheit Modellbezeichnungen von Fabrikinstrumenten aus Markneukirchen, Schönbach oder Mirecourt sind. Dazu kommen Zithern aus der Zeit der Hausmusik, Kontragitarren aus dem Umfeld der Schrammelmusik, Blechblasinstrumente von Musikkapellen, Harmonikas, Spieldosen und Klaviere. Bei Tasteninstrumenten gilt: Hammerflügel und Flügel bekannter Marken sind gesucht, viele einfache Pianinos der Jahre 1900 bis 1960 haben dagegen kaum noch Marktwert.
Den Wert eines Streichinstruments bestimmen Erbauer, Werkstatt, Holz, Lack, Erhaltung und Klang, nicht der Zettel. Risse in der Decke, Wurmfraß, abgenutzte Griffbretter und spätere Umbauten mindern den Wert, sind aber oft reparabel. Bei Bögen zählen Holz, Stempel und Montierung, bei Blasinstrumenten Hersteller, System und Vollständigkeit, bei mechanischen Musikwerken Funktion und Zahl der Walzen oder Platten. Ein unreparierter Originalzustand ist für die Bewertung meist günstiger als eine laienhafte Reparatur. Bei Klavieren entscheiden Marke, Baujahr und Zustand von Resonanzboden und Mechanik.
Für eine Ersteinschätzung schicken Sie Fotos per WhatsApp oder über das Formular: bei Streichinstrumenten Decke, Boden, Zargen, Schnecke und den Zettel durch das F-Loch, bei Klavieren Gesamtansicht, Firmenschild, Seriennummer und Mechanik. Danach besichtigen wir kostenlos in allen 23 Bezirken. Den Transport von Flügeln organisieren wir mit einem spezialisierten Klaviertransport; bezahlt wird bar oder per Überweisung. Instrumente ohne Marktwert, die geräumt werden müssen, übernimmt auf Wunsch unsere Schwesterseite entruempelung-danube.at. Notenbestände und Zubehör sehen wir uns dabei mit an.
Objektgruppen
22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Violinen
Geigen aus Wiener, Tiroler, Mittenwalder, vogtländischer, französischer und italienischer Herkunft, vom 17. bis ins…
Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe
Größere Streichinstrumente der Geigenfamilie aus Wiener und mitteleuropäischen Werkstätten, darunter Kontrabässe in…
Streichbögen
Bögen für Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass aus Fernambukholz, mit Fröschen aus Ebenholz und Montierungen aus…
Gamben und historische Streichinstrumente
Violen da Gamba, Viole d'amore, Barytons und andere Streichinstrumente des Barock, mit Bünden, Resonanzsaiten und…
Gitarren
Gitarren aus Biedermeier und Historismus, vor allem aus Wiener Werkstätten, sowie spanische und amerikanische…
Kontragitarren
Wiener Gitarren mit zweitem Hals und frei schwingenden Basssaiten, das Begleitinstrument der Schrammelmusik.
Zithern
Konzertzithern, Streichzithern und Harfenzithern aus der großen Zeit der Hausmusik im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Mandolinen und Lauten
Neapolitanische Mandolinen, Lauten und Gitarrenlauten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.
Harfen
Pedalharfen französischer und englischer Herkunft und Tiroler Volksharfen, vom späten 18. bis ins 20. Jahrhundert.
Hackbretter
Mit Klöppeln geschlagene Saiteninstrumente aus dem Alpenraum, von alten diatonischen Hackbrettern bis zum…
Hammerflügel und Tafelklaviere
Tasteninstrumente der Wiener Klavierbauer zwischen etwa 1780 und 1850, mit Wiener Mechanik, Kniehebeln und Pedalzügen.
Konzert- und Salonflügel
Flügel mit Gussrahmen und moderner Mechanik von Bösendorfer, Steinway, Bechstein, Blüthner, Ehrbar und anderen…
Pianinos
Aufrechte Klaviere für Wohnung und Schule, von Gründerzeit-Pianinos mit Kerzenleuchtern bis zu Modellen der…
Harmoniums und Hausorgeln
Tasteninstrumente mit durchschlagenden Zungen und Tretbälgen sowie kleine Pfeifenorgeln für Haus, Kapelle und Schule.
Selbstspielklaviere und Notenrollen
Pianolas, Reproduktionsflügel und Klaviere mit pneumatischem Spielwerk, dazu die zugehörigen Notenrollen aus Papier.
Blechblasinstrumente
Hörner, Trompeten, Flügelhörner, Posaunen und Tuben aus Wiener, böhmischer und internationaler Fertigung, mit Pumpen…
Holzblasinstrumente
Flöten, Klarinetten, Oboen, Fagotte und Bassetthörner aus Buchsbaum, Ebenholz und Grenadill, vom 18. bis ins 20.…
Steirische Harmonikas
Diatonische Knopfharmonikas mit Wechseltönen und Helikonbässen, das Hauptinstrument der alpenländischen Volksmusik.
Akkordeons, Bandoneons und Mundharmonikas
Chromatische Akkordeons mit Piano- und Knopftastatur, Bandoneons und Mundharmonikas aus Deutschland, Italien und…
Spieldosen und Plattenspielwerke
Mechanische Musikwerke mit Stiftwalze oder Lochplatte und Stahlkamm, aus der Schweiz, Leipzig und Paris, vom frühen…
Drehorgeln, Orchestrien und Flötenuhren
Mechanische Orgelwerke mit Walzen, Lochbändern oder Notenrollen, vom Wiener Werkel bis zum Orchestrion im Gasthaus.
Außereuropäische Musikinstrumente
Instrumente aus Asien, Afrika und dem Orient, von Koto und Erhu bis Sitar, Oud und Kora.
Wovon der Wert abhängt
Erbauer und Werkstatt
Der tatsächliche Erbauer zählt, nicht der Zettel. Meisterinstrumente aus Wien, Mittenwald oder Italien sind ein Vielfaches von Fabrikware wert.
Erhaltung und Originalität
Originaler Lack, unveränderte Mensur und erhaltene Mechanik steigern den Wert. Umbauten und Laienreparaturen mindern ihn.
Holz und Material
Fernambuk bei Bögen, gut gewachsene Fichte und geflammter Ahorn bei Geigen, edle Furniere bei Flügeln sind wertbestimmend.
Marke und Seriennummer
Bei Klavieren, Blasinstrumenten und Harmonikas belegen Marke und Seriennummer Baujahr und Modell.
Funktion und Klang
Spielbare Instrumente sind gefragter, doch auch restaurierungsbedürftige Meisterinstrumente finden Käufer.
Zubehör
Originalkasten, Bögen, Walzen, Notenrollen und Werkzeug ergänzen das Instrument und werden mitbewertet.
Originale erkennen
Geigenzettel nennen Erbauer, Ort und Jahr, etwa „fecit Viennae“, doch sie sind leicht zu fälschen oder zu ersetzen. Der Zettel „Antonius Stradivarius Cremonensis“ steht in Hunderttausenden Fabrikgeigen als Modellangabe. Aussagekräftiger sind Bauweise und Details: Form der Schnecke, Schnitt der F-Löcher, Einlage der Adern, Lack und Innenarbeit wie Eckklötze und Reifchen. Fabrikgeigen haben oft eine aufgemalte statt eingelegte Ader und einen dick aufgetragenen, gleichmäßigen Lack. Brandstempel am Knopf oder im Inneren verweisen auf Werkstätten.
Klaviere und Flügel tragen den Herstellernamen auf dem Vorsatzbrett und eine Seriennummer auf der Gussplatte, am Resonanzboden oder unter dem Deckel; über Herstellerlisten lässt sich damit das Baujahr bestimmen. Hammerflügel der Wiener Schule erkennt man an der leichten Prellzungenmechanik, an Pedalen oder Kniehebeln für Moderator und Fagottzug und an der Signatur auf dem Vorsatzbrett. Blasinstrumente sind auf Schallstück oder Korpus gestempelt, häufig mit Ort und Hoftitel, Harmonikas tragen Firmenschilder am Gehäuse.
Instrumente mit Elfenbein, etwa Klaviaturen, Bögen, Dudelsäcke oder Holzblasinstrumente mit Elfenbeinringen, unterliegen der VO (EU) 2021/2280; für Musikinstrumente gelten besondere Ausnahmen, die eine Bescheinigung erfordern. Gitarren und andere Instrumente aus Rio-Palisander (Dalbergia nigra) fallen seit 1992 unter CITES-Anhang I und sind nur mit Nachweis über den legalen Erwerb handelbar. Schildpatt an Bögen und Plektren sowie Pythonhaut an asiatischen Instrumenten sind ebenfalls artenschutzrechtlich relevant (VO (EG) 338/97).
Musikinstrumente in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
3
- Anton Karas1906–1985
- Johann Schrammel1850–1893
- Josef Schrammel1852–1895
Manufakturen & Marken
16
- Bösendorferseit 1828
- Ehrbarab 1855
- Steinway & Sonsseit 1853
- Bechsteinseit 1853
- Blüthnerseit 1853
- Petrofseit 1864
- August Försterseit 1859
- Wiener Klavierbauer des Biedermeierum 1780–1850
- Wiener Geigenbau17. Jahrhundert bis um 1900
- Mittenwalder Geigenbauseit um 1685
- Markneukirchner Instrumentenbauseit 1677
- Wiener Blasinstrumentenbau18. Jahrhundert bis heute
- Hohnerseit 1857
- Thorensseit 1883
- Deutsche Grammophonseit 1898
- His Master's Voiceseit 1899
Epochen & Stile
5
- Hochbarockum 1680–1730
- Biedermeier1815–1848
- Vormärzum 1830–1848
- Historismusum 1840–1914
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
Materialien, Techniken & Punzen
8
Fragen zu Musikinstrumente
Meine Geige hat einen Stradivari-Zettel – ist sie wertvoll?
Fast immer handelt es sich um eine Fabrikgeige des 19. oder 20. Jahrhunderts, bei der der Zettel das Vorbild nennt. Auch solche Geigen haben einen Wert, der von Werkstatt, Qualität und Zustand abhängt. Wir beurteilen das Instrument nach Bauweise, nicht nach dem Zettel.
Kaufen Sie alte Klaviere?
Ja, Hammerflügel, Tafelklaviere und Flügel bekannter Hersteller wie Bösendorfer, Steinway, Bechstein, Blüthner oder Ehrbar. Viele einfache Pianinos aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben dagegen kaum Marktwert. Seriennummer und Fotos der Mechanik helfen bei der Einschätzung.
Was ist mit Klavieren mit Elfenbeintasten?
Klaviaturen mit Elfenbeinbelag fallen unter die EU-Regeln zum Elfenbeinhandel. Für Musikinstrumente gibt es Ausnahmen, die eine behördliche Bescheinigung voraussetzen. Wir klären die Lage bei der Besichtigung mit Ihnen.
Soll ich ein Instrument vor dem Verkauf reparieren lassen?
Nein. Für die Bewertung genügt der jetzige Zustand, und eine Reparatur erfordert Fachkenntnis. Laienhaft geleimte Risse oder neu lackierte Decken mindern den Wert stärker als der ursprüngliche Schaden.
Wie fotografiere ich eine Geige für die Ersteinschätzung?
Decke, Boden und beide Zargen gerade von vorn, die Schnecke von der Seite und den Zettel durch das linke F-Loch mit einer Taschenlampe. Beim Bogen den Frosch und den Stempel am Ende der Stange. Tageslicht ohne Blitz zeigt Lack und Holz am besten.
Kaufen Sie Instrumente aus der Blasmusik?
Ja, besonders ältere Instrumente Wiener und böhmischer Hersteller mit Drehventilen, Wiener Hörner und Instrumente mit Hofstempel. Moderne Schülerinstrumente sind häufig und werden im Bestand bewertet.
Nehmen Sie defekte Spieldosen und Drehorgeln?
Ja. Auch Werke mit gebrochenen Kammzähnen, fehlenden Walzen oder Schäden am Gehäuse haben Wert, weil sie sich restaurieren lassen. Bitte ziehen Sie ein blockiertes Werk nicht weiter auf.
Wer transportiert einen Flügel?
Den Transport von Flügeln und schweren Klavieren organisieren wir mit einem spezialisierten Klaviertransport. Kleinere Instrumente holen wir selbst ab.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular