Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Kunst

Alte Meister verkaufen in Wien

Gemälde von der Spätgotik bis zum Klassizismus: Bildträger, Malschicht und Herkunft werden geprüft, danach folgt ein Angebot nach Besichtigung.

Unter Alten Meistern verstehen wir Gemälde, die vor etwa 1800 entstanden sind: spätgotische Tafelbilder, Werke der Donauschule, flämische und holländische Kabinettbilder des 17. Jahrhunderts, italienische Veduten sowie Arbeiten des Wiener Barock. Angekauft werden eigenhändige Werke ebenso wie Bilder aus Werkstatt, Umkreis und Nachfolge eines Meisters, außerdem alte Kopien, Ölskizzen und Supraporten aus Palais und Bürgerhäusern. Beschädigte Bilder mit gerissener Leinwand, gewölbter Holztafel oder vergilbtem Firnis nehmen wir ebenfalls in die Prüfung auf, denn der Zustand allein entscheidet nicht über die Zuschreibung.

Wien besitzt mit dem Kunsthistorischen Museum, der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste und den Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein im Palais in der Rossau drei Bestände, an denen sich Geschmack und Vergleich seit Generationen orientieren. Gefragt sind kleinformatige Landschaften und Genreszenen der Brueghel-Nachfolge, Blumen- und Jagdstillleben, venezianische Ansichten sowie Ölskizzen österreichischer Barockmaler wie Paul Troger oder Franz Anton Maulbertsch. Diese Skizzen entstanden als Entwürfe für Deckenfresken und Altarbilder und zeigen die Handschrift unmittelbarer als das ausgeführte Werk. Großformatige Kirchenbilder ohne geklärte Herkunft finden dagegen deutlich weniger Interessenten.

Der Wiener Bezug reicht weit zurück. Jakob Seisenegger malte am Hof Ferdinands I., Giuseppe Arcimboldo und Bartholomäus Spranger arbeiteten für die Habsburger, und Bernardo Bellotto hielt um 1760 die Freyung und Schönbrunn fest. Nach der Zweiten Türkenbelagerung 1683 statteten Johann Michael Rottmayr, Martino Altomonte und Daniel Gran Kirchen und Palais aus. Peter Strudel gründete 1692 jene private Malerakademie, aus der die heutige Akademie hervorging; Martin van Meytens leitete sie unter Maria Theresia als Direktor. Kabinettmaler wie Johann Georg Platzer und Franz de Paula Ferg belieferten Wiener Sammler mit kleinen Bildern.

Für eine erste Einschätzung genügen Fotos der Vorderseite, der Rückseite mit Keilrahmen oder Tafel, der Signatur sowie aller Etiketten, Siegel und Inventarnummern, geschickt per WhatsApp oder über das Formular. Danach sehen wir das Bild kostenlos bei Ihnen an, in allen 23 Bezirken, unter Streiflicht und UV-Lampe, um Retuschen, Übermalungen und spätere Doublierungen zu erkennen. Auf dieser Grundlage folgt ein Angebot. Nehmen Sie es an, bezahlen wir bar oder per Überweisung und holen das Bild auf Wunsch verpackt ab. Vorhandene Expertisen, Rechnungen und Auktionskataloge fließen in die Bewertung ein.

Objektgruppen

21 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Zuschreibung

    Die Einstufung als eigenhändig, Werkstatt, Umkreis oder Nachfolge verschiebt die Einschätzung stärker als jedes andere Merkmal. Maßgeblich sind Malweise, Vergleichswerke und Werkverzeichnisse.

  • Erhaltung der Malschicht

    Originale Lasuren, wenige Retuschen und ein nicht verputztes Inkarnat zählen mehr als ein frischer Firnis. Großflächige Übermalungen und durchgeriebene Partien mindern deutlich.

  • Bildträger

    Eichentafeln, Kupferplatten und eine nicht doublierte Originalleinwand sprechen für eine gute Überlieferung. Parkettierungen und Doublierungen sind üblich und werden in die Bewertung einbezogen.

  • Motiv und Format

    Kleinformatige Winterlandschaften, Blumenstücke und Veduten finden mehr Interessenten als großformatige Martyrien. Sehr dunkle oder beschnittene Kompositionen sind schwerer zu vermitteln.

  • Provenienz

    Sammlungssiegel, Ausstellungsetiketten, alte Auktionsnummern und Erwähnungen in der Literatur machen die Herkunft nachprüfbar. Lücken zwischen 1933 und 1945 werden gesondert geprüft.

  • Signatur und Datierung

    Signaturen sind bei Alten Meistern seltener als vermutet und wurden oft nachträglich ergänzt. Eine in die Malschicht eingebundene Signatur, die unter UV-Licht unauffällig bleibt, ist ein starkes Argument.

  • Rahmen

    Ein zeitgleicher Originalrahmen erhöht den Wert und hilft bei der Datierung. Auch ein leerer Barockrahmen hat eigenen Sammlerwert.

Originale erkennen

Das Alter eines Bildes zeigt sich zuerst an der Rückseite. Niederländische Tafeln des 17. Jahrhunderts sind meist aus Eiche, italienische häufig aus Pappel; Antwerpener Kupferplatten und Holztafeln tragen oft Marken der Platten- und Tafelmacher. Bei Leinwänden geben handgewebte, unregelmäßige Fäden, Spannränder mit alten Nagellöchern und ein Keilrahmen mit Holzkeilen Anhaltspunkte. Das Craquelé verläuft auf Holz anders als auf Leinwand, breite Schrumpfrisse deuten auf bitumenhaltige Farben des 19. Jahrhunderts. Unter UV-Licht erscheinen jüngere Retuschen als dunkle Flecken auf dem grünlich fluoreszierenden alten Firnis.

Häufige Verwechslungen betreffen Kopien des 19. Jahrhunderts nach berühmten Galeriebildern, die in Wien, Dresden und München in großer Zahl entstanden. Sie sind oft sauber gemalt, zeigen aber maschinell gewebte Leinwand und Keilrahmen mit Händlerstempeln. Öldrucke und auf Leinwand kaschierte Reproduktionen täuschen mit aufgetragener Pinselstruktur; unter der Lupe erscheint das Druckraster. Porzellanplatten mit Bildmalerei, etwa von KPM Berlin, Meissen oder der Wiener Porzellanmanufaktur, wirken auf Fotos wie Ölbilder. Nachträglich aufgesetzte Monogramme bekannter Meister liegen über dem Craquelé statt in ihm.

Bei Gemälden mit Lücken in der Herkunft, insbesondere für die Jahre 1933 bis 1945, wird die Provenienz geprüft, unter anderem in der Lost-Art-Datenbank und der Kunstdatenbank des Nationalfonds der Republik Österreich. Bilder aus Kirchen, Klöstern und Kapellen werden nur angekauft, wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist. Für die Ausfuhr bestimmter Kulturgüter aus Österreich ist eine Bewilligung des Bundesdenkmalamts erforderlich.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

80

Manufakturen & Marken

3

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

16

Fragen zu Alte Meister

Mein Bild ist mit „Brueghel“ beschriftet – ist es ein Original?

Ein Name auf Rahmen oder Rückseite gibt zunächst die Meinung früherer Besitzer wieder. Von Pieter Brueghel d. J. und Jan Brueghel d. Ä. existieren zahlreiche Werkstattfassungen und Nachfolgearbeiten, die eigenen Marktwert haben. Die Einstufung klärt erst der Vergleich von Malweise, Bildträger und Komposition.

Soll ich das Bild vor dem Verkauf reinigen lassen?

Nein. Eine unsachgemäße Reinigung kann Lasuren und Signaturen abtragen, die für die Zuschreibung entscheidend sind. Lassen Sie Schmutz und Firnis unverändert; der Zustand wird bei der Bewertung berücksichtigt.

Was bedeuten Siegel und Nummern auf der Rückseite?

Lacksiegel stammen oft von Adelssammlungen, Zollämtern oder Verlassenschaftsverfahren, Kreidenummern und Etiketten von Auktionen und Ausstellungen. Sie gehören zur Provenienz und sollten nicht entfernt werden. Fotografieren Sie die Rückseite deshalb vollständig.

Kaufen Sie auch Bilder mit Rissen oder Löchern?

Ja, sofern Motiv und Malschicht eine Restaurierung rechtfertigen. Ein Riss in der Leinwand oder eine gesprungene Tafel kommt bei Bildern dieses Alters häufig vor und schließt einen Ankauf nicht aus.

Ist ein unsigniertes Bild weniger wert?

Viele Alte Meister signierten selten, Werkstattbilder blieben grundsätzlich ohne Namen. Entscheidend sind Malqualität, Erhaltung und eine Zuschreibung über Vergleichswerke. Eine später aufgemalte, falsche Signatur schadet einem Bild eher.

Wie wird ein großformatiges Altarbild besichtigt und abgeholt?

Die Besichtigung erfolgt am Standort, auch auf Dachböden oder in Stiegenhäusern. Für den Transport wird das Bild in Decken und Karton verpackt und bei Bedarf aus dem Rahmen genommen. Bei sakralen Bildern wird vorab die Herkunft geklärt.

Was ist eine alte Expertise wert?

Eine Expertise ist so belastbar wie ihr Verfasser und der Forschungsstand zu ihrem Datum. Gutachten aus den 1920er- bis 1960er-Jahren werden heute oft anders beurteilt. Sie fließen in die Bewertung ein, ersetzen aber nicht die Prüfung des Bildes.

Kann ich nur den Rahmen verkaufen?

Ja. Rahmen aus Barock und Régence werden auch ohne Bild gesammelt, weil Händler und Museen passende Fassungen für ihre Bestände suchen. Fotos von Ecke, Profil und Rückseite genügen für eine erste Einschätzung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.