Künstler: Neue Sachlichkeit
Rudolf Wacker
Maler, Grafiker, 1893–1939, Bregenz
Bregenzer Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit in Österreich; Stillleben mit Puppen, Kakteen und Masken in kühler Präzision.
Rudolf Wacker wurde 1893 in Bregenz geboren, besuchte dort die Fachschule für gewerbliches Zeichnen und ging 1911 an die Zeichenschule in Weimar, wo Albin Egger-Lienz und Walther Klemm zu seinen Lehrern zählten. Im Ersten Weltkrieg geriet er in Polen in Gefangenschaft und verbrachte fast fünf Jahre in Sibirien. Nach einem Aufenthalt in Berlin und in Wien 1923/24 lebte er ab 1924 in Bregenz und gründete 1926 die Bodensee-Künstlervereinigung „Der Kreis“ mit. Er starb im April 1939 in Bregenz an einem Herzleiden.
Nach expressionistischen Anfängen fand Wacker Mitte der 1920er Jahre zu einer kühlen, präzisen Malerei: Stillleben mit Kakteen, Puppen, Masken, Spielzeug und Alltagsdingen, Ausblicke auf Hinterhöfe und Gärten, Bildnisse. Die Gegenstände wirken isoliert und fremd, eine Nähe zum Magischen Realismus. Neben Ölbildern entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafik, darunter Holzschnitte und Radierungen. Seine frühe Ablehnung des Nationalsozialismus brachte ihm nach 1938 Schwierigkeiten.
Wackers Gemälde sind selten und stammen meist aus Vorarlberger Besitz; das vorarlberg museum in Bregenz ist die wichtigste Vergleichsquelle. Zeichnungen und Druckgrafik kommen häufiger vor und sind meist signiert. Präzise gemalte Stillleben der Zeit werden ihm gelegentlich zugeschrieben; Malgrund, Aufbau und Signatur sind mit gesicherten Werken abzugleichen. Arbeiten aus der Zeit der Gefangenschaft sind kaum erhalten.
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