Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Wiener Aktionismus

Kunstbewegung, 1960–1971

Radikale Wiener Performancekunst von Brus, Muehl, Nitsch und Schwarzkogler, die den Körper zum Material machte – heute großteils im mumok dokumentiert.

Hermann Nitsch, Otto Muehl, Günter Brus und Rudolf Schwarzkogler gingen um 1960 vom Informel aus und verlegten die Malerei in die Aktion. Nitsch entwickelte ab 1957 das Konzept seines Orgien-Mysterien-Theaters, Muehl und Brus führten ab 1964 Aktionen in Kellern und Wohnungen durch. Die Veranstaltung „Kunst und Revolution“ im Juni 1968 im Neuen Institutsgebäude der Universität führte zu Verhaftungen und Verurteilungen. Um 1970 trennten sich die Wege; Brus ging nach Berlin, Muehl gründete eine Kommune.

Die Aktionen nutzen den Körper, Farbe, Blut, Lebensmittel und Bandagen als Material und wurden fotografisch und filmisch dokumentiert. Die Fotografien – oft von Ludwig Hoffenreich und Heinz Cibulka – sind heute eigene Werke. Daneben entstanden Schüttbilder von Nitsch, Bildzeichnungen von Brus, Materialbilder von Muehl. Relikte, Partituren, Plakate und Einladungen gehören zum Werk. Die Themen sind Tabubruch, Ritual, Selbstverletzung und Kritik an Staat, Kirche und Bürgertum. Schwarzkogler inszenierte 1965 und 1966 sechs Aktionen ausschließlich für die Kamera.

Das mumok im MuseumsQuartier besitzt einen umfangreichen Bestand zum Wiener Aktionismus, darunter Fotografien, Relikte und Schüttbilder. Der Hörsaal im Neuen Institutsgebäude an der Universitätsstraße war Schauplatz von „Kunst und Revolution“. Im Handel sind Schüttbilder und Grafik von Nitsch, Zeichnungen von Brus, Vintage-Fotografien der Aktionen sowie Plakate und Druckschriften gesucht. Nitschs Schloss Prinzendorf im Weinviertel war ab 1971 Ort seiner großen Aktionen; in Mistelbach zeigt ein eigenes Museum sein Werk.

Aktionsfotografien gibt es als Vintage-Abzüge der 1960er-Jahre und als spätere Abzüge in Editionen; Papier, Stempel des Fotografen und Signatur der Künstler unterscheiden sie. Nitsch-Schüttbilder sind rückseitig signiert und datiert, oft mit Aktionsnummer. Drucke und Plakate erschienen in kleinen Auflagen und wurden teils nachgedruckt. Druckgrafik von Brus und Nitsch ist in Werkverzeichnissen und Galeriekatalogen dokumentiert.

Woran man es erkennt

  • Körper als künstlerisches Material
  • Farbe, Blut und Lebensmittel
  • fotografische und filmische Dokumentation
  • Schüttbilder von Nitsch
  • Bildzeichnungen von Brus
  • Relikte und Partituren
  • Tabubruch und Ritual
  • Vintage-Abzüge mit Fotografenstempel

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.