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Kunsthandwerk & Design

Porzellan verkaufen in Wien

Porzellan aus drei Jahrhunderten: Alt-Wiener Manufakturporzellan, Augarten, Meissen und die großen europäischen Manufakturen, Figuren, Service und Sammeltassen.

Angekauft wird Porzellan vom frühen 18. Jahrhundert bis zum Design der Nachkriegszeit: Tassen, Teller, Figuren und Platten der Wiener Porzellanmanufaktur, Service und Lipizzaner von Augarten, Meissner Figuren und Zwiebelmuster, Herend, Nymphenburg, KPM Berlin, Sèvres, Rosenthal, Royal Copenhagen und Bing & Grøndahl, böhmisches Biedermeierporzellan, Jugendstilfiguren aus Dux, Lladró- und Hummel-Figuren sowie Prunkvasen und Tafelaufsätze. Auch Restbestände von Servicen, einzelne Sammeltassen und Porzellan mit kleinen Schäden werden geprüft, wenn Marke, Dekor oder Modell interessant sind.

In Wien hat Porzellan eine besondere Stellung, denn die 1718 gegründete Wiener Manufaktur war nach Meissen die zweite Europas. Biedermeiertassen mit Ansichten, Blumen und Reliefgold gehören zu den gesuchtesten Wiener Sammelgebieten. Der Markt ist zweigeteilt: Manufakturporzellan des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, signierte Malerei und gesuchte Figurenmodelle haben einen internationalen Käuferkreis, während große Speiseservice des 20. Jahrhunderts heute schwerer zu vermitteln sind als früher. Marke, Jahresstempel und Malerzeichen entscheiden oft über die Einordnung.

Die Wiener Porzellanmanufaktur wurde 1718 von Claudius Innocentius du Paquier gegründet, kam 1744 in staatlichen Besitz und wurde 1864 geschlossen. Blumenmaler wie Josef Nigg und Johann Baptist Drechsler, Anton Kothgasser und der junge Moritz Michael Daffinger arbeiteten für sie. 1923 nahm die Manufaktur im Schloss Augarten die Tradition wieder auf, mit Entwürfen von Josef Hoffmann, Ena Rottenberg und Ida Schwetz-Lehmann. Um 1900 ließ die Wiener Firma Josef Böck Service nach Entwürfen von Koloman Moser, Jutta Sika und Therese Trethan ausführen.

Schicken Sie für eine Ersteinschätzung Fotos der Vorderseite, des Bodens mit Marke und eventueller Schäden, bei Servicen eine Liste der Teile. Halten Sie Tassen gegen das Licht: Porzellan ist durchscheinend, Steingut nicht. Bei der kostenlosen Besichtigung in allen 23 Wiener Bezirken prüfen wir Marken, Jahresstempel, Malerei, Vergoldung und Restaurierungen, teils unter UV-Licht. Anschließend erhalten Sie ein Angebot für einzelne Stücke oder den gesamten Bestand, bezahlt wird bar oder per Überweisung. Das Verpacken zerbrechlicher Teile übernehmen wir auf Wunsch bei der Abholung.

Objektgruppen

28 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Manufaktur und Marke

    Wien vor 1864, Meissen, Sèvres, Nymphenburg und KPM stehen an der Spitze, Augarten und Herend haben einen festen Sammlerkreis. Die Marke muss zur Machart passen, da viele Zeichen nachgeahmt wurden.

  • Alter

    Jahresstempel, Markenvarianten und Formnummern erlauben oft eine genaue Datierung. Ältere Ausformungen eines Modells stehen höher als spätere Neuausformungen.

  • Malerei

    Feine Ansichten, Blumenmalerei und Porträts, besonders mit Malersignatur, steigern den Wert erheblich. Umdruckdekore und Abziehbilder sind einfacher und häufiger.

  • Modell

    Bei Figuren entscheiden Modell, Modelleur und Seltenheit. Gesuchte Modelle aus der Entstehungszeit werden höher bewertet als häufige Serienfiguren.

  • Zustand

    Abgebrochene Finger, Blüten und Zweige, Chips, Haarrisse und abgeriebene Vergoldung mindern deutlich. Restaurierungen zeigen sich unter UV-Licht.

  • Qualitätsstufe

    Schleifstriche durch die Marke kennzeichnen zweite oder dritte Wahl und mindern den Wert. Bei Meissen und Augarten sind sie häufig.

  • Vollständigkeit

    Service werden nach Teilen und Personenzahl bewertet, Figurengruppen nach allen zugehörigen Elementen. Deckel, Untertassen und Sockel sollten vorhanden sein.

Originale erkennen

Porzellan ist hart, weiß und an dünnen Stellen durchscheinend; an der unglasierten Standfläche zeigt sich der feine, dichte Scherben. Steingut und Fayence sind dagegen undurchsichtig und haben einen porösen, oft gelblichen Bruch. Die Marke sitzt meist unter der Glasur am Boden, bei Wien als blauer Bindenschild, bei Meissen als gekreuzte Schwerter, bei Nymphenburg als eingeprägter Rautenschild. Eingeprägte Jahreszahlen, Malerzeichen und Formnummern ergänzen sie. Echte Unterglasurmarken liegen unter der Glasur und lassen sich nicht abreiben.

Viele berühmte Marken wurden nachgeahmt. Der Bindenschild erscheint im späten 19. Jahrhundert tausendfach in Aufglasurfarbe auf Porzellan anderer Hersteller, die gekreuzten Schwerter wurden von Thüringer Fabriken abgewandelt, das gekrönte N und die verschlungenen L von Sèvres finden sich auf zahllosen späteren Stücken. Eine Aufglasurmarke, die sich mit dem Fingernagel ertasten lässt, spricht gegen eine alte Manufakturarbeit. Auch der Dekor gibt Hinweise: Handmalerei zeigt Pinselstriche und Unregelmäßigkeiten, Umdruck ein gleichmäßiges Raster.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

28

Manufakturen & Marken

51

Epochen & Stile

34

Materialien, Techniken & Punzen

17

Fragen zu Porzellan

Wie erkenne ich echtes Alt-Wiener Porzellan?

Echte Stücke tragen den Bindenschild in Unterglasurblau oder eingeprägt, ab 1783 meist zusammen mit einer eingeprägten Jahreszahl. Bis 1800 ist sie zweistellig, danach dreistellig von 800 bis 864. Ein Bindenschild in Aufglasurfarbe spricht für eine spätere Arbeit im Wiener Stil.

Was bedeutet ein Strich durch die Marke?

Ein eingeschliffener Strich durch die Marke kennzeichnet Ware zweiter oder dritter Wahl, etwa bei Meissen, Augarten oder Royal Copenhagen. Solche Stücke wurden mit kleinen Fehlern verkauft und werden niedriger bewertet.

Sind große Speiseservice noch gefragt?

Große Speiseservice des 20. Jahrhunderts haben heute einen kleineren Markt als früher. Gefragt bleiben Service bekannter Manufakturen mit gesuchten Dekoren sowie einzelne Teile zur Ergänzung. Eine Liste mit Anzahl und Art der Teile hilft bei der Einschätzung.

Kaufen Sie auch beschädigtes Porzellan?

Bei seltenen Stücken, alten Manufakturarbeiten und gesuchten Figuren ja, auch mit Schäden oder alten Restaurierungen. Bei Gebrauchsporzellan mindern Chips und Risse den Wert so stark, dass meist nur unbeschädigte Teile in Frage kommen.

Wie lassen sich Hummel-Figuren datieren?

Über die Marke von Goebel am Boden: Die frühe Kronenmarke, die volle Biene im V ab etwa 1950, danach stilisierte Bienen und ab den späten 1970er-Jahren Marken ohne Biene. Frühe Marken sind gesuchter als späte.

Was ist eine Lipizzanerfigur von Augarten?

Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten fertigt Figuren der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in verschiedenen Lektionen, mit und ohne Reiter. Sie tragen den Bindenschild mit Krone und werden handbemalt.

Reicht ein Foto der Marke für eine Bewertung?

Für eine erste Einordnung ist die Marke wichtig, sie sagt aber allein wenig über Qualität und Zustand. Dazu braucht es Fotos der Vorderseite, der Malerei und eventueller Schäden. Die endgültige Bewertung erfolgt bei der Besichtigung.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.