Kunsthandwerk & Design
Keramik, Majolika & Fayence verkaufen in Wien
Keramik vom 16. Jahrhundert bis zur Studiokeramik: Fayencen, Majolika, Terrakotta, Steinzeug und Steingut aus Österreich und Europa.
Angekauft werden Keramiken aus fünf Jahrhunderten: Habaner Krüge und Fayencen aus Holitsch, Gmundner Geschirr mit grüngeflammtem Dekor, Majolika und Terrakottabüsten des Historismus, Figuren, Tänzerinnen und Wandmasken von Goldscheider und Keramos, Putten und schwarz-weiße Gefäße der Wiener Keramik, Jugendstilvasen aus Turn-Teplitz und Pécs, Steinzeugkrüge aus dem Westerwald und aus Mettlach, Delfter Fayencen, Jasperware von Wedgwood, italienische Majolika, Ofenkacheln und Fliesen sowie Studiokeramik und Editionen von Picasso. Auch einzelne Stücke aus größeren Beständen und Keramik mit alten Restaurierungen werden geprüft.
Für Keramik ist Wien ein besonderer Markt, denn hier entstanden um 1900 mit der Wiener Keramik, der Kunstgewerbeschule unter Michael Powolny und der Manufaktur Goldscheider Werke, die international gesammelt werden. Figuren der Zwischenkriegszeit von Goldscheider, Arbeiten der Wiener Werkstätte und Powolnys Putten erzielen hohe Aufmerksamkeit, ebenso alte Fayencen aus der Region um Holitsch und Mähren. Einfaches Gebrauchsgeschirr und Andenkenkeramik sind dagegen häufig. Entscheidend ist oft die richtige Zuordnung, denn viele Keramiken sind ungemarkt oder tragen nur eingeprägte Modellnummern.
Michael Powolny und Bertold Löffler gründeten 1906 die Wiener Keramik, die 1913 mit der Gmundner Keramik zur Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik verschmolz. Powolny leitete von 1909 bis 1936 die Keramikklasse der Kunstgewerbeschule, aus der unter anderen Vally Wieselthier, Ida Schwetz-Lehmann und Lucie Rie hervorgingen. Friedrich Goldscheider gründete 1885 in Wien seine Manufaktur, für die Stefan Dakon und Josef Lorenzl modellierten. Nach 1945 prägten Gudrun Baudisch mit der Keramik Hallstatt und Kurt Ohnsorg mit dem Keramiksymposion Gmunden die österreichische Keramik.
Zur Ersteinschätzung reichen Fotos von vorne, von hinten und vom Boden, auf dem Marken, Modellnummern und Signaturen stehen. Beschädigungen wie Chips, Glasurabplatzungen und Risse sollten erkennbar sein. Bei der kostenlosen Besichtigung, die in allen 23 Wiener Bezirken stattfindet, prüfen wir Scherben, Glasur, Marke, Bemalung und Restaurierungen, letztere unter UV-Licht. Danach folgt ein Angebot für einzelne Objekte oder die ganze Sammlung; bezahlt wird bar oder per Überweisung. Schwere Krüge, Büsten und Ofenkacheln holen wir auf Wunsch ab und verpacken sie vor Ort.
Objektgruppen
25 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.
Grüngeflammtes Gmundner Geschirr
Geschirr aus Gmunden am Traunsee mit dem traditionellen grün geflammten Dekor auf weißer Glasur.
Habaner Krüge und Teller
Fayencen der täuferischen Habaner aus Mähren und der Westslowakei, oft datiert, vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.
Fayencen aus Holitsch
Fayencen der kaiserlichen Manufaktur in Holitsch, gegründet 1743 von Franz Stephan von Lothringen, mit der Marke HF.
Majolika des Historismus
Farbig glasierte Reliefkeramik der Gründerzeit: Jardinieren, Prunkteller, Krüge und Ziergefäße aus Cilli, Eichwald und…
Terrakottabüsten der Gründerzeit
Bemalte Büsten und Figuren aus Terrakotta von Goldscheider, Maresch und Wiener Werkstätten des Historismus.
Keramische Wandmasken
Frauenköpfe mit Locken, Hüten und Blumen aus Keramik, typische Wanddekoration des Wiener Art déco.
Keramische Tänzerinnenfiguren
Tänzerinnen, Damen und Akte des Art déco aus Wiener Manufakturen, modelliert von Lorenzl, Dakon und anderen.
Putten der Wiener Keramik
Putten mit Füllhorn, Blumen und Früchten nach Michael Powolny, ausgeführt von der Wiener Keramik und in Gmunden.
Schwarz-weiße Wiener Keramik
Vasen, Schalen und Dosen mit geometrischem Schwarz-Weiß-Dekor der Wiener Keramik und ihres Umkreises.
Jugendstilvasen aus Turn-Teplitz
Vasen und Figuren mit Frauenköpfen, Drachen und aufgesetzten Glassteinen von Amphora, Wahliss und anderen…
Eosinkeramik aus Pécs
Jugendstilgefäße der Manufaktur Zsolnay mit schillernder Eosinglasur, dazu Pyrogranit und durchbrochene Ziergefäße.
Österreichische Keramik der Fünfzigerjahre
Vasen, Schalen und Figuren der Nachkriegszeit aus Gmunden, Hallstatt und Wiener Werkstätten, mit bunten Glasuren und…
Studiokeramik der Wiener Emigration
Gefäße von Lucie Rie, Hans Coper und Gertrud und Otto Natzler, die nach 1938 in London und Los Angeles arbeiteten.
Keramische Tierfiguren
Tiere und Grotesken aus Keramik von Walter Bosse, Eduard Klablena, Goldscheider, Bloch und Karlsruher Majolika.
Steinzeugkrüge
Salzglasierte Krüge aus dem Westerwald, aus Raeren, Siegburg und Frechen, vom 16. Jahrhundert bis zu Entwürfen des…
Mettlacher Bierkrüge
Bierkrüge von Villeroy & Boch mit Reliefdekor, Chromolith-Einlagen und Zinndeckel, datierbar über Bodenmarken.
Jasperware-Vasen und -Medaillons
Unglasiertes Steinzeug von Wedgwood mit weißen Reliefs auf blauem, grünem oder schwarzem Grund, seit den 1770er-Jahren.
Delfter Blau-Weiß-Fayencen
Niederländische Fayencen mit Blaumalerei nach chinesischem Vorbild, vom 17. Jahrhundert bis zur Produktion von De…
Majolika-Ofenkacheln
Kachelöfen und einzelne Kacheln von der Renaissance bis zum Jugendstil, mit Reliefs und farbigen Glasuren.
Jugendstilfliesen und Wandplatten
Reliefierte und bemalte Fliesen, Bodenplatten und Wandbilder aus Mettlach, Wien und Pécs von Historismus bis Art déco.
Italienische Majolika
Bemalte Majolika aus Urbino, Faenza, Deruta und Gubbio und ihre Nachfolger des 19. Jahrhunderts.
Figuren der Wiener Manufaktur Keramos
Tänzerinnen, Damen, Masken und Tiere der Wiener Kunstkeramik Keramos aus der Zwischenkriegszeit.
Editionskeramik von Picasso und Zeitgenossen
Keramikeditionen von Pablo Picasso aus der Werkstatt Madoura in Vallauris, dazu Keramik von Cocteau, Léger und den…
Deutsche Jugendstilkeramik
Vasen, Geschirr und Tierfiguren der Karlsruher Majolika, aus Wächtersbach und von anderen deutschen Werkstätten um…
Englische Kunstkeramik
Salzglasiertes Steinzeug von Doulton Lambeth, Figuren von Royal Doulton und weitere englische Art Pottery.
Wovon der Wert abhängt
Hersteller und Entwerfer
Wiener Keramik, Wiener Werkstätte, Goldscheider, Zsolnay, Amphora und Studiokeramiker wie Lucie Rie sind gesucht. Entwerfermonogramme und Modellnummern erleichtern die Zuordnung.
Alter
Fayencen des 16. bis 18. Jahrhunderts und Jugendstilkeramik aus der Entstehungszeit stehen über späteren Nachformungen. Viele Modelle wurden über Jahrzehnte gefertigt.
Modell und Motiv
Seltene Figurenmodelle, gesuchte Tänzerinnen und datierte Habaner Krüge sind besonders gefragt. Häufige Modelle haben einen kleineren Markt.
Glasur und Bemalung
Kräftige, unberührte Glasuren, feine Bemalung und Effekte wie Eosin oder Lüster erhöhen den Wert. Abgeriebene Kaltbemalung mindert.
Zustand
Chips, Glasurabplatzungen, Haarrisse und abgebrochene Teile mindern deutlich, Restaurierungen werden unter UV-Licht sichtbar. Bei sehr alten Fayencen werden kleine Schäden eher akzeptiert.
Größe
Große Figuren, Büsten und Prunkgefäße sind seltener und gesuchter als kleine Stücke. Ganze Ofen und Fliesenfelder haben einen eigenen Käuferkreis.
Herkunft
Belegte Herkunft, Ausstellungsetiketten und Werkstattmarken stützen Zuschreibungen. Bei Studiokeramik sind Werkstattstempel wichtig.
Originale erkennen
Keramik umfasst alle aus Ton gebrannten Werkstoffe, die sich durch Scherben und Brenntemperatur unterscheiden. Irdenware, Terrakotta, Fayence und Majolika haben einen porösen, farbigen Scherben, der an Bruch- und Standflächen erkennbar ist; Fayence und Majolika sind mit deckender Zinnglasur überzogen und bemalt. Steingut hat einen hellen, porösen Scherben unter transparenter Glasur, Steinzeug ist dicht gesintert, hart und klingt beim Anschlagen hell. Am Boden stehen bei Fabrikware oft eingeprägte Marken, Modellnummern und Entwerfermonogramme.
Ein häufiger Irrtum betrifft das Alter: Viele Fayencen und Majoliken im Stil des 16. bis 18. Jahrhunderts entstanden erst im Historismus, Habaner Krüge wurden mit vordatierten Jahreszahlen nachgeahmt. Bei Figuren der Zwischenkriegszeit sind spätere Ausformungen und Nachgüsse aus anderen Massen verbreitet. Kaltbemalung, die nicht eingebrannt wurde, lässt sich abreiben und ist oft ergänzt. Eine gleichmäßig glänzende Oberfläche über einer Bruchstelle oder abweichende Glasurfarben deuten auf eine Restaurierung hin, die unter UV-Licht deutlich wird.
Kachelöfen, Wandfliesen und andere fest eingebaute Keramik aus denkmalgeschützten Gebäuden dürfen nach dem Denkmalschutzgesetz nur mit Bewilligung des Bundesdenkmalamts entfernt werden. Bei ausgebauten Öfen und Fliesen fragen wir daher nach der Herkunft.
Keramik, Majolika & Fayence in Ihrem Bezirk
Für jeden Bezirk eine eigene Seite mit den Künstlern, Werkstätten und Beständen, die dort eine Rolle spielen.
Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Künstler
35
- Michael Powolny1871–1954
- Bertold Löffler1874–1960
- Vally Wieselthier1895–1945
- Susi Singer1891–1955
- Gudrun Baudisch1907–1982
- Ida Schwetz-Lehmann1883–1971
- Kitty Rix1901–1951
- Lotte Calm1897–1974
- Hilda Jesser1894–1985
- Mathilde Flögl1893–1958
- Maria Likarz1893–1971
- Felice Rix-Ueno1893–1967
- Richard Luksch1872–1936
- Arthur Strasser1854–1927
- Ena Rottenberg1893–1952
- Eduard Klablena1881–1933
- Walter Bosse1904–1979
- Stefan Dakon1904–1997
- Josef Lorenzl1892–1950
- Franz Barwig1868–1931
- Lucie Rie1902–1995
- Hans Coper1920–1981
- Gertrud und Otto Natzler1908–1971 und 1908–2007
- Kurt Ohnsorg1927–1970
- Heinz Leinfellner1911–1974
- Oskar Strnad1879–1935
- Ingeborg Strobl1949–2017
- Leherb1933–1997
- Rudolf Ernst1854–1932
- Pablo Picasso1881–1973
- Jean Cocteau1889–1963
- Fernand Léger1881–1955
- Asger Jorn1914–1973
- Corneille1922–2010
- Michael Haberlandt1860–1940
Manufakturen & Marken
30
- Gmundner KeramikHafnertradition seit dem Spätmittelalter, Manufaktur im 20. Jahrhundert
- Schleiss Gmundenfrühes 20. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Keramik1906–1913
- Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik1913 bis in die 1920er-Jahre
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Friedrich Goldscheider1885 bis in die 1950er-Jahre
- KeramosZwischenkriegszeit bis Mitte 20. Jahrhundert
- Wiener Kunstkeramische Werkstätteum 1905 bis um 1915
- Fayencemanufaktur Holitsch1743–1827
- Habaner Fayence16. bis 18. Jahrhundert
- Majolika Schütz Cillizweite Hälfte 19. Jahrhundert
- Johann Mareschab 1841 bis ins 20. Jahrhundert
- Bernhard Blochab 1871 bis ins 20. Jahrhundert
- Amphoraseit 1892
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Zsolnayseit 1853
- Wienerbergerseit 1819
- Villeroy & Bochseit 1836
- Westerwälder Steinzeug16. Jahrhundert bis Gegenwart
- Wedgwoodseit 1759
- De Porceleyne Flesseit 1653
- Royal Doultonseit 1815
- Karlsruher Majolikaseit 1901
- Wächtersbachseit 1832
- Rozenburg1883–1917
- Gustavsbergseit 1825
- Arabia Helsinkiseit 1873
- Artěl1908–1935
- Ginoriseit 1737
- Memphis Milano1981–1988
Epochen & Stile
31
- Renaissanceum 1420–1600 (nördlich der Alpen ab etwa 1500)
- Hochbarockum 1680–1730
- Spätbarockum 1730–1770
- Rokokoum 1730–1770
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Neorenaissanceum 1860–1895
- Gründerzeitum 1850–1914 (Gründerjahre 1867–1873)
- Japonismusum 1860–1920
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Art nouveauum 1890–1910
- Jugendstilum 1895–1914
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Geometrischer Jugendstilum 1900–1915
- Wiener Secessionab 1897 (Stilprägung bis um 1905)
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Art découm 1920–1940
- Volkskunst17.–20. Jahrhundert
- Fünfzigerjahre-Designum 1948–1962
- Nachkriegsmoderneum 1945–1970
- Skandinavisches Designum 1930–1975
- Gegenwartskunstab um 1980 bis heute
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Frühbarockum 1600–1680
- Heimatstilum 1905–1960
- Kubismusum 1907–1925
- Makartstilum 1870–1890
- Meiji-Zeit1868–1912
- Memphis1980–1988
- Ming-Dynastie1368–1644
- Shōwa-Zeit1926–1989
Fragen zu Keramik, Majolika & Fayence
Was ist der Unterschied zwischen Majolika und Fayence?
Beide sind Irdenware mit deckender, weißer Zinnglasur und Bemalung. Der Name Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab, Majolika von der Insel Mallorca, über die spanische Ware nach Italien kam. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man auch farbig glasierte Reliefkeramik des Historismus als Majolika.
Wie erkenne ich eine Figur von Goldscheider?
Goldscheider-Figuren tragen meist eine eingeprägte oder gestempelte Firmenmarke, frühe Stücke oft „Reproduction réservée“, spätere „Goldscheider Wien“ und „Made in Austria“. Dazu kommen eingeprägte Modellnummern und Künstlersignaturen wie Dakon oder Lorenzl. Spätere Ausformungen aus den USA und England tragen eigene Marken.
Ist Gmundner Keramik gefragt?
Älteres Gmundner Geschirr mit grüngeflammtem Dekor, Arbeiten der Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik und Keramik von Schleiss sind gesucht. Neuere Gebrauchsware ist häufig und wird nach Menge und Zustand bewertet.
Kaufen Sie auch beschädigte Keramik?
Bei alten Fayencen, seltenen Figuren und Arbeiten bekannter Künstler ja, auch mit Schäden und Restaurierungen. Bei Gebrauchskeramik mindern Chips und Risse den Wert erheblich.
Woran erkenne ich eine echte Picasso-Keramik?
Die Editionskeramiken der Werkstatt Madoura in Vallauris tragen Stempel wie „Madoura Plein Feu“, „Edition Picasso“ oder „Empreinte originale de Picasso“, oft mit Auflagennummer. Das Werkverzeichnis von Alain Ramié dient zum Vergleich von Modell und Auflage.
Kaufen Sie ganze Kachelöfen?
Ja, bei interessanten Öfen aus Historismus, Biedermeier oder Jugendstil und bei einzelnen alten Kacheln. Der Abbau verlangt Erfahrung, da die Kacheln einzeln gelöst und nummeriert werden müssen. Fest eingebaute Öfen in denkmalgeschützten Häusern brauchen eine Bewilligung.
Was sind Mettlacher Krüge?
Bierkrüge der Firma Villeroy & Boch aus Mettlach im Saarland, meist mit Zinndeckel und Reliefdekor oder farbig eingelegtem Dekor. Am Boden tragen sie den eingeprägten Turm der Alten Abtei, Modellnummern und oft eine zweistellige Jahreszahl.
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular