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Künstler: Expressionismus

Anton Kolig

Maler, 1886–1950, Neutitschein – Nötsch im Gailtal

Zentrale Figur des Nötscher Kreises; seine Fresken im Klagenfurter Landhaus von 1929/30 wurden 1938 abgeschlagen.

Anton Kolig stammte aus Neutitschein in Mähren, studierte 1904–1906 an der Kunstgewerbeschule, wo Oskar Kokoschka sein Mitschüler war, und ab 1907 an der Akademie, wo er Sebastian Isepp und Franz Wiegele kennenlernte. Am 27. Februar 1911 heiratete er Katharina Wiegele und ließ sich in Nötsch im Gailtal nieder. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte er dort eine private Malschule; zu den ersten Schülern zählte Gerhart Frankl. 1928 wurde er Professor in Stuttgart, 1943 in den Ruhestand gezwungen. Er starb 1950 in Nötsch.

Koligs Malerei arbeitet mit leuchtender, gebrochener Farbe und bewegten, gestisch gesetzten Formen. Zentrale Themen sind der männliche Akt, Bildnisse und Familienbilder, später religiöse Motive. Zum zehnten Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung malte er 1929/30 mit Stuttgarter Schülern, vor allem Anton Mahringer, Fresken im Klagenfurter Landhaus, die 1938 zerstört wurden. 1944 wurde er bei einem Bombenangriff auf Nötsch verschüttet und schwer verletzt. Sein Enkel Cornelius Kolig arbeitet ebenfalls in Nötsch.

Koligs Zeichnungen sind am Markt häufiger als seine Gemälde; Kohleblätter sind empfindlich gegen Abrieb und sollten hinter Glas mit Abstandsleiste liegen. Für Gemälde zählen Herkunft aus Kärntner oder Stuttgarter Besitz, Ausstellungsnachweise und Vergleich mit Werken im Museum des Nötscher Kreises und im Belvedere. Bei Akten der Zwischenkriegszeit ohne Signatur ist Vorsicht geboten, da Schüler aus Stuttgart ähnlich arbeiteten.

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