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Künstler: Expressionismus

Alfred Kubin

Zeichner, Illustrator, Schriftsteller, 1877–1959, Leitmeritz – München – Zwickledt

Zeichner des Unheimlichen aus Leitmeritz; Roman „Die andere Seite“ (1909), Illustrationen zu zahlreichen Büchern und ein Leben in Zwickledt am Inn.

Alfred Kubin wuchs in Salzburg und Zell am See auf, begann eine Fotografenlehre und studierte ab 1898 in München. Nach einer schweren persönlichen Krise fand er um 1900 zu seinen fantastischen Federzeichnungen. 1906 erwarb er den Hof Zwickledt bei Wernstein am Inn, wo er bis zu seinem Tod lebte. 1909 erschien sein Roman „Die andere Seite“. Er gehörte zum Umfeld des Blauen Reiter. Große Bestände seines Werks besitzen heute die Albertina und das Oberösterreichische Landesmuseum.

Kubins Hauptmedium ist die Feder- und Tuschzeichnung, oft laviert oder mit Aquarell überarbeitet: Albträume, Tod, Tiere, Dämonen und das ländliche Innviertel in einer zittrigen, kratzenden Linie. Er illustrierte Werke von Edgar Allan Poe, E. T. A. Hoffmann, Dostojewski und vielen anderen und schuf zahlreiche Lithografien und Mappenwerke. Die frühen Blätter um 1900 sind düster und malerisch, das Spätwerk wird linearer und erzählender, häufig mit humorvollen Zügen.

Kubin signierte meist „AKubin“ in einem Zug, mit Bleistift oder Tusche im unteren Bildrand. Gerade diese Signatur und die lockere Federführung werden oft nachgeahmt; Fälschungen sind verbreitet, vor allem bei Zeichnungen mittlerer Größe. Lithografien sind von Strichätzungen in Büchern über Papier, Rand und Signatur zu unterscheiden. Für die Prüfung helfen Vergleiche mit den Beständen der Albertina und des Oberösterreichischen Landesmuseums.

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