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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Oskar Marmorek

Architekt, 1863–1909, Peskenstein (Galizien) – Wien

Architekt des Rüdigerhofs und des Nestroyhofs, der Vergnügungsstadt „Venedig in Wien“ im Prater und Mitorganisator des ersten Zionistenkongresses.

Oskar Marmorek studierte ab 1880 an der Technischen Hochschule Wien, unter anderem bei Karl König, und schloss 1887 ab. 1895 lernte er Theodor Herzl kennen und schloss sich der zionistischen Bewegung an; er organisierte mit Herzl und Max Nordau den ersten Zionistenkongress in Basel mit und gründete 1899 den Jewish Colonial Trust mit. 1903 nahm er an der El-Arish-Expedition teil. Er nahm sich 1909 am Grab seines Vaters am Zentralfriedhof das Leben.

Für die Ausstellung „Alt-Wien“ im Prater (1892) und für Gabor Steiners Vergnügungsstadt „Venedig in Wien“ (1895) entwarf er Kulissenbauten. Der Nestroyhof in der Praterstraße (1898) entstand für seinen Schwiegervater Julius Schwarz, der Rüdigerhof in Margareten (1902) mit geschwungenen Balkonen und Jugendstil-Dekor gilt als sein bekanntestes Werk. 1890 baute er die Villa Wrchovszky in Grinzing. Im Handel erscheinen vor allem Ansichtskarten und Drucksachen zu „Venedig in Wien“.

Ansichtskarten und Programme von „Venedig in Wien“ und den Nachfolgeunternehmen im Prater sind über Verlag, Druckverfahren und Poststempel zu datieren; frühe Lithokarten sind seltener als spätere Lichtdrucke. Marmoreks Entwurfszeichnungen sind kaum erhalten. Zionistische Drucksachen mit seinem Namen gehören zu den Dokumenten der Bewegung und werden als Autographen und Ephemera gehandelt.

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