Künstler: Wiener Aktionismus
Rudolf Schwarzkogler
Aktionskünstler, 1940–1969, Wien
Jüngster der Wiener Aktionisten; sechs inszenierte Aktionen 1965–1966, fotografisch festgehalten, mit weißen Mullbinden, Kabeln und Spiegeln.
1940 in Wien geboren, besuchte Rudolf Schwarzkogler die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt und kam über Hermann Nitsch in den Kreis der Wiener Aktionisten. 1965 und 1966 führte er sechs Aktionen aus, die meisten ohne Publikum und für die Kamera inszeniert; die erste trug den Titel „Hochzeit“. Als Akteur trat in mehreren Aktionen ein Freund auf, nicht Schwarzkogler selbst. Er starb 1969 in Wien nach einem Sturz aus dem Fenster. 1972 war sein Werk auf der documenta 5 zu sehen.
Die Bilder der Aktionen sind streng komponiert: weiße Flächen, Mullbinden, Kabel, Glühbirnen, tote Fische, Spiegel und blaue Farbe, aufgenommen in Schwarzweiß mit klarer Lichtführung. Die Fotografien entstanden vor allem mit Ludwig Hoffenreich. Neben den Aktionen hinterließ Schwarzkogler Zeichnungen, Notizen und Entwürfe zu idealen Räumen und Ritualen, die seine Vorstellung einer Kunst der Reinigung umreißen. Das Werk ist schmal, die Wirkung auf spätere Performance- und Fotokunst groß.
Entscheidend ist die Unterscheidung von Vintage-Abzügen der Jahre 1965/66 und späteren Abzügen, die nach seinem Tod von den Negativen hergestellt wurden; Stempel, Papier und Format geben Hinweise. Zeichnungen und Notizen sind selten und verlangen eine sichere Herkunft. Nachdrucke und Katalogabbildungen zeigen unter der Lupe ein Raster. Fotos mit Silberspiegelung oder Fingerabdrücken in der Emulsion verlieren an Wert.
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