Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Donauschule

Kunstbewegung, um 1500–1550

Malerkreis zwischen Regensburg, Passau und Wien, der die Landschaft zum Bildthema machte – mit Albrecht Altdorfer, Wolf Huber und dem jungen Cranach.

Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert für Maler und Zeichner geprägt, die um 1500 entlang der Donau arbeiteten. Lucas Cranach d. Ä. hielt sich etwa 1501 bis 1504 in Wien auf und malte dort für Humanisten um Johannes Cuspinian. Albrecht Altdorfer in Regensburg und Wolf Huber in Passau entwickelten die Richtung weiter. Den Rahmen bildeten die Humanistenkreise am Hof Maximilians I. und der Wiener Universität.

Charakteristisch ist die Landschaft als Stimmungsträger: zerzauste Nadelbäume mit herabhängenden Bartflechten, zerklüftete Felsen, glühende Abendhimmel und tief gestaffelte Fernsichten. Figuren werden der Natur eingebettet, oft klein im Verhältnis zum Raum. Zeichnungen entstehen mit Feder und weißer Höhung auf farbig grundiertem Papier, eine Spezialität dieses Kreises. Augustin Hirschvogel brachte die Radierung als frühe reine Landschaftsdarstellung ein. Die Farbigkeit ist warm, mit intensiven Rot-, Grün- und Goldtönen. Wolf Hubers Zeichnung des Mondsees von 1510 gehört zu den frühesten topografischen Landschaftsstudien nördlich der Alpen.

Das Kunsthistorische Museum besitzt Cranachs um 1500 entstandene Kreuzigung aus dem Schottenstift, ein Schlüsselwerk der Wiener Zeit. Die Albertina bewahrt Zeichnungen von Altdorfer und Huber auf getöntem Papier. Gemälde der Donauschule sind am Markt äußerst selten; häufiger erscheinen Zeichnungen, Radierungen Hirschvogels und Tafeln mit Bezeichnungen wie „Donauschule um 1520“ oder „Umkreis Wolf Huber“. Das Stift St. Florian bei Linz bewahrt mit Altdorfers Sebastiansaltar ein weiteres Hauptwerk der Richtung.

Zuschreibungen beruhen auf Stilvergleich, Unterzeichnung im Infrarot und Holzanalyse; Nadelholztafeln sind typisch für den Donauraum. Druckgrafik wird nach Plattenzustand und Papier bestimmt, spätere Abzüge von Hirschvogel-Platten zeigen ausgedruckte Linien. Historistische Nachahmungen erkennt man an zu glatter Malweise und fehlenden Craquelé-Strukturen, die zur Holzbewegung passen. Wasserzeichen im Papier erlauben bei Zeichnungen eine Eingrenzung von Herkunft und Jahrzehnt.

Woran man es erkennt

  • Landschaft als eigenständiges Bildthema
  • Nadelbäume mit hängenden Bartflechten
  • zerklüftete Felsformationen
  • glühende Abend- und Morgenhimmel
  • Feder mit Weißhöhung auf getöntem Papier
  • kleine Figuren in weiter Natur
  • frühe Landschaftsradierungen
  • Nadelholztafeln als Bildträger

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