Um 1905 suchten junge Künstler in Dresden, München und Wien nach einer Kunst, die Empfindung statt Abbild zeigt. In Wien debütierte Oskar Kokoschka auf der Kunstschau 1908, die auf dem Gelände des späteren Konzerthauses stattfand; 1909 folgte die Neukunstgruppe um Egon Schiele. Richard Gerstl malte bis zu seinem Tod 1908 in fast völliger Isolation. In Kärnten arbeitete der Nötscher Kreis um Anton Kolig und Franz Wiegele. Der Erste Weltkrieg verschärfte die Ausdrucksformen.
Kennzeichen sind verzerrte, gelängte oder eckige Körper, nervöse Konturen, ungewöhnliche Farbkontraste und eine pastose oder gekratzte Malweise. Schiele arbeitete mit einer harten, abgesetzten Linie und Aquarell- oder Gouachehöhungen, Kokoschka mit aufgewühlter, vielschichtiger Farbe. Themen: Selbstbildnis, Akt, Paar, Tod, Großstadt, Landschaft mit Stadtsilhouetten. Holzschnitt, Radierung und Lithografie gewinnen große Bedeutung; Zeitschriften wie „Der Sturm“ in Berlin verbreiten die Grafik. Die Plastik arbeitet mit grob behauenen Holzformen. Ernst Barlach schnitzte blockhafte Figuren in Eiche.
Das Leopold Museum im MuseumsQuartier besitzt die größte Sammlung von Werken Schieles, das Belvedere Hauptwerke von Schiele, Kokoschka und Gerstl, die Albertina einen großen Bestand an Schiele-Zeichnungen. Schiele liegt auf dem Friedhof Ober St. Veit in Hietzing begraben. Im Wiener Handel sind Zeichnungen, Aquarelle und Grafik des Expressionismus stark gefragt, ebenso Werke von Faistauer, Boeckl, Kolig und Dobrowsky. Kokoschkas Grafik ist ebenfalls breit vertreten.
Schiele- und Kokoschka-Zeichnungen gehören zu den meistgefälschten Arbeiten auf Papier. Zu prüfen sind Papier, Bleistift- oder Kreidestrich, Signatur mit Datierung im Kästchen bei Schiele, Werkverzeichnis und Provenienz. Viele Werke wechselten nach 1938 unter Zwang den Besitzer; vor einem Ankauf klären wir die Herkunft. Grafik wird nach Auflage, Druckzustand und Stempel bestimmt.
Woran man es erkennt
- verzerrte, gelängte oder eckige Körper
- nervöse, harte Konturlinie
- gesteigerte, nicht naturgetreue Farbe
- pastose oder gekratzte Malweise
- Selbstbildnis, Akt und Paarbild
- Holzschnitt und Lithografie als Hauptmedium
- Stadtsilhouetten in der Landschaft
- Signatur im Kästchen bei Schiele
Expressionismus verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Neubau
Leopold Museum im MuseumsQuartier mit der größten Schiele-Sammlung.
Landstraße
Belvedere mit Hauptwerken von Schiele, Kokoschka und Gerstl; Gelände des Konzerthauses als Ort der Kunstschau 1908.
Innere Stadt
Albertina mit umfangreichem Bestand an Schiele-Zeichnungen.
Hietzing
Grab Egon Schieles auf dem Friedhof Ober St. Veit.
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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