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Künstler: Zwischenkriegszeit

Georg Ehrlich

Bildhauer, Grafiker, Maler, 1897–1966, Wien – London – Luzern

Wiener Bildhauer und Grafiker; Biennale-Teilnehmer 1932–1936 und 1958, ab 1938 in London, Bronzen wie „The Young Lovers“.

Georg Ehrlich studierte 1912–1915 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad. Er begann als Grafiker und Zeichner, nach seiner Rückkehr nach Wien 1924 wandte er sich fast ganz der Bildhauerei zu. 1930 heiratete er die Malerin Bettina Bauer, die als Bettina Ehrlich bekannt wurde. Er stellte 1932, 1934 und 1936 im österreichischen Pavillon der Biennale in Venedig aus. Ab 1938 lebte er in London, 1947 wurde er britischer Staatsbürger. 1958 vertrat er erneut Österreich in Venedig. Ehrlich starb 1966 in Luzern.

Ehrlichs frühe Grafik umfasst Lithografien, Radierungen und Zeichnungen mit Bildnissen, Kindern, Liebespaaren und Menschen in Not, in einem expressiven, weichen Strich. Als Bildhauer schuf er Figuren und Köpfe in Bronze und Stein mit schlanken, ruhigen Proportionen, darunter „Italian Boy“ (1935) und „The Young Lovers“ im Garten der St Paul's Cathedral in London. Zeichnungen in Bleistift und Kreide begleiten die Plastik als Studien.

Ehrlichs Bronzen sind auf Gießerstempel, Guss- und Patinaqualität und den Zeitpunkt des Gusses zu prüfen; spätere Abgüsse sind von Lebzeitgüssen zu unterscheiden. Lithografien und Radierungen tragen meist eine Bleistiftsignatur. Arbeiten aus Wiener Besitz stammen oft aus der Zeit vor 1938, englische aus der Exilzeit. Zeichnungen sind die häufigste Werkgruppe am Markt.

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