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Künstler: Secession

Leopold Stolba

Maler, Grafiker, 1863–1929, Wien

Secessionist, dessen Tunkpapiere – marmorierte Bögen in Jugendstil-Mustern – Mappen, Kassetten und Einbände um 1900 schmückten.

Leopold Stolba war Maler und Mitglied der Secession, bekannt wurde er aber mit einer Technik am Rand der Malerei: den Tunkpapieren. Dabei werden Farben auf einem Bad aus Schleim oder Kleister verteilt, zu Mustern gezogen und von einem eingetauchten Papierbogen abgenommen – das Verfahren des Marmorpapiers. Stolba entwickelte daraus dekorative Bögen in Jugendstil-Formen. Das MAK verwahrt Tunkpapiere aus den Jahren um 1903–1906, die ihm zugeschrieben werden. Er starb 1929.

Jedes Tunkpapier ist ein Unikat, auch wenn Stolba Muster in Serien wiederholte: Wellen, Federformen, Flammen und Schlieren in abgestimmten Farbklängen. Neben diesen Papieren schuf er Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde, die im Umfeld der Secession ausgestellt wurden. Seine Bögen fanden Verwendung für Mappen, Kassetten, Vorsätze und Bucheinbände der Zeit um 1900. Ein Bogen lässt sich nicht exakt wiederholen, weil jedes Eintauchen das Muster neu bildet.

Tunkpapiere erkennt man an der unregelmäßigen, nicht rapportgleichen Musterung und an der leicht erhabenen Farbschicht; gedruckte Reproduktionen zeigen dagegen ein Raster und wiederholen das Muster exakt. Zuschreibungen einzelner Bögen sind schwierig, selbst museale Bestände tragen teils Fragezeichen zwischen Stolba und Koloman Moser. Bucheinbände mit solchen Papieren sind über Datierung und Buchbinderetikett einzuordnen.

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