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Künstler: Secession

Ernst Stöhr

Maler, Grafiker, Dichter, Musiker, 1860–1917, St. Pölten – Wien

Maler, Musiker und Autor aus St. Pölten; Gründungsmitglied der Secession, Essayist in Ver Sacrum und Verfasser des Beethoven-Katalogvorworts 1902.

Ernst Stöhr, Sohn eines Instrumentenmachers aus St. Pölten, besuchte ab 1877 kurz die Kunstgewerbeschule und ab 1879 die Wiener Akademie bei Carl Rudolf Huber und August Eisenmenger; Musik lernte er bei seinem Onkel, einem Komponisten. Er finanzierte sich mit Zeichen- und Geigenunterricht. 1897 gründete er die Secession mit, verfasste die Vorworte zu den Katalogen der Beethoven-Ausstellung 1902 und der Klimt-Kollektive 1903. 1899 war ihm ein ganzes Heft von Ver Sacrum gewidmet. 1917 nahm er sich in St. Pölten das Leben.

Stöhr arbeitete als Maler, Grafiker, Musiker und Schriftsteller; in Ver Sacrum veröffentlichte er programmatische Aufsätze, Zeichnungen und Holzschnitte. Seine Bilder zeigen symbolistisch gestimmte Landschaften, Mondnächte und einsame Figuren in tonigen Farben. Erholung suchte er bei der Familie in Melk und St. Pölten sowie in der Wochein, heute Bohinj, wo er sich am See ein Atelier baute. 1918 zeigte die Secession eine Gedächtnisausstellung mit rund 300 Zeichnungen, Radierungen und Gemälden, die anschließend versteigert wurden.

Viele Arbeiten Stöhrs gingen über die Versteigerung von 1918 in Privatbesitz; Nachlassstempel oder Hinweise auf diese Auktion sind wertvolle Herkunftsbelege. Der Katalog „Ernst Stöhr zum Gedächtnis“ mit Texten von Josef Engelhart dient als Vergleich. Hefte von Ver Sacrum, besonders das ihm gewidmete von 1899, sind die häufigsten Belege seines Werks. Radierungen sind auf Plattenrand und Papier, Zeichnungen auf Bleistift- oder Tuscheauftrag zu prüfen.

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