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Antiquitäten Wien

Epoche

Spätgotik

Epoche, um 1430–1530

Letzte Phase der Gotik mit Netzgewölben, Flügelaltären und knittrigen Falten – in Wien vertreten durch Kanzel, Orgelfuß und Kaisergrab im Stephansdom.

Nach 1430 verfeinerte sich die Gotik im Reich zu einer Kunst der bürgerlichen Städte und Hofwerkstätten. Kaiser Friedrich III. machte Wiener Neustadt und Wien zu Zentren; Wien wurde 1469 Bistum. Niederländische Malerei und die Bildhauerkunst des Niclas Gerhaert van Leyden veränderten die Figur grundlegend. Parallel setzte sich der Holzschnitt durch, und mit dem Buchdruck verbreiteten sich Vorlagen in Kupferstichen, etwa von Martin Schongauer, die Werkstätten im ganzen Donauraum nutzten.

Gewölbe werden zu Netz- und Sternfiguren, Pfeiler verlieren ihre Kapitelle. Die Skulptur zeigt tief unterschnittene, knittrig gebrochene Faltenstauungen, individualisierte Gesichter und genaue Wiedergabe von Händen und Adern. Lindenholz dient im Süden, Eiche im Norden; Fassung mit Pressbrokat und Lüsterfarben gibt Stoffen Glanz. Möbel tragen Flachschnitzerei mit Ranken und Faltwerk-Füllungen, Truhen und Schränke aus Tirol und dem Alpenraum zeigen geschnitzte Distelranken. Kupferstich und Holzschnitt treten als eigene Sammelgebiete auf. Wappen und Hausmarken erscheinen auf Truhen.

Im Stephansdom stehen die um 1500 entstandene Kanzel, lange Anton Pilgram zugeschrieben, der Orgelfuß mit Pilgrams Selbstbildnis von 1513 und das Hochgrab Friedrichs III., von Niclas Gerhaert ab 1467 begonnen. Der Wiener Neustädter Altar von 1447 steht im Nordchor. Die Spinnerin am Kreuz an der Triester Straße errichtete Hans Puchsbaum 1452. Im Handel finden sich Einzelfiguren aus aufgelösten Altären, Reliefs, Wappenscheiben und frühe Druckgrafik.

Echte spätgotische Figuren zeigen Werkzeugspuren an der Rückseite, Dübellöcher der Werkbankbefestigung am Kopf und am Fuß sowie alte Fassungsreste in Schichten. Kopien des Historismus sind oft vollrund ausgearbeitet, mit Beize und Wachs statt Kreidegrund behandelt. Bei Druckgrafik unterscheiden Papier, Wasserzeichen und Plattenrand den Abzug der Zeit vom späteren Nachdruck. Herkunft aus Kirchen oder Klöstern wird geprüft.

Woran man es erkennt

  • Netz- und Sterngewölbe
  • knittrig gebrochene Faltenstauungen
  • individualisierte Gesichter und Hände
  • Pressbrokat in der Fassung
  • Flachschnitzerei und Faltwerkfüllung
  • Distelranken an Truhen
  • Flügelaltäre mit Schrein und Gesprenge
  • frühe Kupferstiche und Holzschnitte

Künstler

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