Künstler: Internationale Grafik
Käthe Kollwitz
Grafikerin, Bildhauerin, 1867–1945, Königsberg – Berlin – Moritzburg
Grafikerin der Zyklen „Ein Weberaufstand“, „Bauernkrieg“ und „Krieg“; posthume Abzüge und Offsetdrucke sind sorgfältig von Lebzeitdrucken zu trennen.
Käthe Kollwitz, geborene Schmidt, studierte in Berlin und München und lebte ab 1891 mit ihrem Mann, dem Arzt Karl Kollwitz, im Berliner Arbeiterviertel Prenzlauer Berg. 1919 wurde sie als erste Frau Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Ihr Sohn Peter fiel 1914; für den Soldatenfriedhof in Flandern schuf sie die Figurengruppe „Trauernde Eltern“. 1933 musste sie die Akademie verlassen. Sie starb im April 1945 in Moritzburg bei Dresden.
Kollwitz arbeitete in Radierung, Lithografie und ab 1919 im Holzschnitt. Ihre Zyklen sind „Ein Weberaufstand“ (1893–1897, Lithografien und Radierungen), „Bauernkrieg“ (1902–1908, Radierungen), „Krieg“ (1921/22, sieben Holzschnitte), „Proletariat“ (1925) und „Tod“ (1934–1937, Lithografien). Das Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924) wurde vielfach nachgedruckt. Daneben schuf sie Selbstbildnisse, Zeichnungen und Plastiken. Ihre Motive sind Mütter, Kinder, Arbeitende, Hunger und Tod in reduzierter, zeichnerisch dichter Formensprache.
Maßgeblich sind August Klipstein (1955) und das neuere Werkverzeichnis von Alexandra von dem Knesebeck (2002). Von vielen Platten und Stöcken gibt es posthume Abzüge, dazu unzählige Offsetreproduktionen. Lebzeitdrucke tragen meist eine Bleistiftsignatur und zeigen Plattenrand oder Prägung; Offsetdrucke zeigen ein Raster. Das Käthe Kollwitz Museum in Köln bietet Vergleich. Auch ihre Plastiken wurden posthum gegossen.
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