Material: Malerei & Grafik
Tusche
Schwarze, lichtbeständige Rußfarbe für Feder- und Pinselzeichnung; in Ostasien als Tuschestange auf dem Reibstein angerieben, in Europa für Zeichnung und Illustration.
Tusche besteht aus feinem Ruß, gebunden mit Leim oder in flüssiger Form mit Schellack. In China und Japan wird sie als gepresste Stange mit Wasser auf einem Reibstein angerieben; Tuschestangen, Reibsteine, Pinsel und Pinselablagen gehören zu den Gerätschaften des Gelehrtentischs. In Europa verwendete man Tusche für Federzeichnungen, Lavierungen, Kalligrafie und Architekturzeichnungen.
Alfred Kubin zeichnete mit Feder und Tusche, oft mit Lavierungen und Spritztechnik; viele Illustratoren und Karikaturisten des 19. und 20. Jahrhunderts arbeiteten ähnlich. In der ostasiatischen Malerei entstehen mit Tusche und Pinsel Landschaften, Bambus- und Pflaumenblütenbilder und Kalligrafien auf Papier oder Seide. Lavierte Tusche ergibt fein abgestufte Grautöne.
Tusche ist tiefschwarz und lichtbeständig, Schellacktuschen glänzen leicht. Eisengallustinte, die in älteren Zeichnungen und Handschriften vorkommt, wird dagegen braun und kann das Papier zerfressen; Sepia und Bister sind braune Farbmittel. Reproduktionen von Tuschezeichnungen als Strichätzung oder Lichtdruck erkennt man unter der Lupe an fehlender Federrille und gleichmäßiger Druckfarbe.
So prüfen Sie es
- tiefes, deckendes Schwarz
- leichter Glanz bei Schellacktusche
- Federrille im Papier
- abgestufte Grautöne bei Lavierung
- Tuschestangen mit Prägedekor
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