Künstler: Wiener Moderne
Egon Schiele
Maler, Zeichner, 1890–1918, Tulln – Wien
Hauptvertreter des Wiener Expressionismus; Zeichnungen, Gouachen und die 17 Druckgrafiken stehen im Zentrum – und im Fokus von Fälschern.
Egon Schiele, Sohn eines Bahnhofsvorstands in Tulln, studierte ab 1906 an der Wiener Akademie bei Christian Griepenkerl und verließ sie 1909, um mit Studienkollegen die Neukunstgruppe zu gründen. Gustav Klimt förderte ihn und vermittelte Kontakte zur Wiener Werkstätte und zu Sammlern. 1912 wurde er in Neulengbach verhaftet und verbrachte 24 Tage in Haft. 1915 heiratete er Edith Harms. Nach dem Erfolg der 49. Secessionsausstellung starb er am 31. Oktober 1918 an der Spanischen Grippe, drei Tage nach seiner Frau.
Schieles Hauptwerk liegt auf Papier: Akte, Selbstbildnisse und Bildnisse in Bleistift oder schwarzer Kreide, oft mit Aquarell und Gouache ausgemalt, dazu Ansichten aus Krumau, der Heimatstadt seiner Mutter. Die Linie ist kantig, die Körper sind gelängt und gegen leeren Grund gesetzt. In Öl entstanden Allegorien, Landschaften und Bildnisse. Druckgrafik blieb ein Randgebiet: 1914 radierte er unter Anleitung von Robert Philippi, dazu kommen wenige Lithografien und Holzschnitte, insgesamt 17 Blätter.
Ab etwa 1910 signierte Schiele in gestapelten Blockbuchstaben, oft mit Jahreszahl. Maßgeblich ist das Werkverzeichnis von Jane Kallir (1990, seither online erweitert), die Druckgrafik verzeichnete Otto Kallir. Fälschungen von Akten und Aquarellen sind verbreitet. Bei Radierungen zählt der Zeitpunkt des Drucks: 1919 erschienen posthume Auflagen von „Kümmernis“ und „Kauernde“, 1922 die Mappe „Das graphische Werk von Egon Schiele“, spätere Nachdrucke folgten 1966, 1970 und 1990. Nach Fällen wie „Bildnis Wally“ ist die Herkunft zwischen 1938 und 1945 genau zu prüfen.
Epochen & Stile
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