Künstler: Architektur der Wiener Moderne
Max Hegele
Architekt, 1873–1945, Wien – Wien
Architekt der Friedhofskirche zum hl. Karl Borromäus, des Haupttors und der Aufbahrungshallen am Zentralfriedhof; Fillgraderstiege in Mariahilf.
Max Hegele, Sohn eines Goldschmieds, besuchte die Staatsgewerbeschule in der Schellinggasse und studierte an der Akademie in der Meisterklasse für altchristliche und mittelalterliche Baukunst bei Viktor Luntz. Er arbeitete im Atelier von Franz von Neumann und für Anton und Josef Drexler. Ab 1908 lehrte er bautechnische Fächer an der Staatsgewerbeschule. Im Ersten Weltkrieg war er Bauleiter an der Militärakademie. Hegele starb 1945 in Wien; in Meidling trägt der Max-Hegele-Weg seinen Namen.
1903 gewann er den Wettbewerb für den Zentralfriedhof. Es entstanden das Hauptportal, die Aufbahrungshallen I und II und die Friedhofskirche zum hl. Karl Borromäus (1908–1911) mit Fenstern und Mosaiken von Leopold Forstner und einem Grablegungsrelief von Arthur Strasser. Weitere Bauten sind die Fillgraderstiege in Mariahilf (1905–1907), die Flötzersteigbrücke (1909) und die zweite Aspernbrücke (1913). Im Handel erscheinen Entwürfe, Ansichtskarten und Festschriften zur Kirche.
Die Friedhofskirche ist auf zahlreichen Ansichtskarten seit etwa 1911 abgebildet; Verlag, Druckart und Poststempel datieren die Karten. Entwurfszeichnungen Hegeles sind selten und meist mit Archivbeständen der Stadt Wien zu vergleichen. Ausstattungsstücke aus Friedhofsbauten sind öffentliches Gut und nur mit Nachweis einer rechtmäßigen Abgabe handelbar. Die Fenster und Mosaiken Leopold Forstners in der Kirche sind auf Fotografien gut dokumentiert.
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