Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Künstler: Zwischenkriegszeit

Gerhart Frankl

Maler, Grafiker, Restaurator, 1901–1965, Wien – Nötsch – London

Schüler Anton Koligs in Nötsch, ab 1938 in London; sein letzter Zyklus „In memoriam“ (1964/65) gilt den Opfern der Konzentrationslager.

Gerhart Frankl studierte kurz Chemie an der Technischen Hochschule in Wien und ging ab Sommer 1920 als Malschüler zu Anton Kolig nach Nötsch. Studienreisen führten ihn nach Nordafrika, Frankreich, Italien, Holland und Deutschland. 1938 floh er mit seiner Frau Christine nach London; seine Eltern blieben in Wien und kamen in einem Konzentrationslager um. 1947–1949 versuchte er eine Rückkehr nach Wien. 1961 erhielt er den Professorentitel. Er starb 1965 unerwartet in Wien und wurde in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof bestattet.

In den 1920er und 1930er Jahren prägte Cézanne Frankls Landschaften und Stillleben; er kopierte auch alte Meister wie Rubens und Bruegel. Im Londoner Exil unterrichtete er Zeichnen, übernahm Restaurierungen und arbeitete vor allem grafisch. Um 1960 entwickelte er eine pastellartige Malstruktur, die den Gegenstand fast auflöst. Der Zyklus „In memoriam“ (1964/65) zeigt in harter Gegenständlichkeit die Verbrechen der Konzentrationslager. Er arbeitete in Öl, Tempera, Tusche, Aquarell und Radierung.

Frankls Werke kommen aus österreichischem und britischem Besitz; Radierungen und Zeichnungen sind häufiger als Gemälde. Die Ausstellung in der Österreichischen Galerie 1962 und spätere Kataloge bieten Vergleich. Bei Werken der Zeit vor 1938, die in Wien verblieben, ist die Provenienz zu prüfen. Mischtechniken der Spätzeit sind empfindlich gegen Abrieb und Licht.

Ebenfalls: Zwischenkriegszeit

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.