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Künstler: Architektur der Wiener Moderne

Otto Schönthal

Architekt, Herausgeber, 1878–1961, Wien – Wien

Wagner-Schüler; Villa Vojcsik in Penzing (1902), später mit Emil Hoppe Geschäftshäuser, Brücken und Gemeindebauten im Art-déco-Stil.

Otto Schönthal studierte 1898–1901 bei Otto Wagner und baute schon während des Studiums die Villa Vojcsik an der Linzer Straße (1901/02) mit Glasmosaiken und geschwungenen Gittern. Nach Jahren im Wagner-Büro gründete er 1909 mit Emil Hoppe und Marcel Kammerer ein eigenes Büro und gab die Zeitschrift „Der Architekt“ heraus. 1939 emigrierte er in die Schweiz, später nach Jugoslawien; nach dem Krieg führte er wieder ein Büro in Wien. Er starb 1961 und liegt am Hietzinger Friedhof begraben.

Mit seinen Partnern entstanden die Westermannhäuser in der Dorotheergasse (1912–1915), die Trabrennbahn Krieau (1913) und die Zentralbank der Deutschen Sparkassen (1915). In der Zwischenkriegszeit folgten die Friedensbrücke über den Donaukanal (1926), ein Anteil am Sandleitenhof (1928) und eine Filiale der Zentralsparkasse (1937). 1950 baute er den Eiselsberg-Hof in Margareten und eine Wohnhausanlage in der Waldvogelstraße in Hietzing. Das Büro entwarf auch Innenausstattungen und Möbel.

Die Villa Vojcsik zeigt Schönthals frühe Handschrift: weiße Putzflächen, farbige Mosaikfelder und Schmiedeeisen. Ausstattungsteile aus seinen Bauten tauchen nur selten auf und brauchen eine belegte Herkunft. Hefte von „Der Architekt“ mit Bauten der Wagnerschule sind gefragte Quellen; einzelne herausgelöste Tafeln sind Drucke, keine Zeichnungen. Pläne aus dem Büro Hoppe & Schönthal tragen häufig beide Namen.

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