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Epoche

Futurismus

Kunstbewegung, 1909–um 1944

Italienische Avantgarde der Geschwindigkeit und Maschine, ausgerufen von Marinetti 1909 – mit Spuren im Wiener Kinetismus.

Filippo Tommaso Marinetti veröffentlichte am 20. Februar 1909 im Pariser „Le Figaro“ das Gründungsmanifest des Futurismus. Er verherrlichte Technik, Tempo, Großstadt und Krieg und forderte den Bruch mit der Vergangenheit. 1910 folgte das Manifest der futuristischen Maler mit Umberto Boccioni, Carlo Carrà, Luigi Russolo, Giacomo Balla und Gino Severini. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte der „zweite Futurismus“ mit Fortunato Depero und der Aeropittura ein, teils in Nähe zum Faschismus.

Futuristische Bilder zeigen Bewegung durch Wiederholung von Konturen, Kraftlinien, Durchdringung von Figur und Raum und Simultaneität mehrerer Momente. Motive: Autos, Eisenbahnen, Radfahrer, Menschenmengen, Lichter der Stadt. Die Farben sind kräftig und kontrastreich. Boccioni übertrug das Prinzip auf die Plastik. Depero gestaltete Werbung, Möbel, Spielzeug und Wandbehänge aus Filz. Typografie wird frei angeordnet („parole in libertà“). Gebrauchsgrafik und Plakat erreichten eine breite Öffentlichkeit. Russolo baute Geräuschinstrumente, die Intonarumori, Antonio Sant'Elia zeichnete Visionen der neuen Stadt.

In Wien griff Franz Cizeks Klasse für Ornamentale Formenlehre futuristische Bewegungsdarstellung auf; Erika Giovanna Klien und My Ullmann entwickelten daraus den Wiener Kinetismus. Im Handel erscheinen futuristische Grafik, Plakate, Zeitschriften und Bücher mit freier Typografie, Arbeiten Deperos und italienische Gebrauchsgrafik der 1920er- und 1930er-Jahre. Die Florentiner Zeitschrift „Lacerba“ und Marinettis Lautgedicht „Zang Tumb Tuuum“ von 1914 sind gesuchte Druckwerke. Auch Postkarten der Bewegung sind gesucht.

Futuristische Druckwerke wurden in kleinen Auflagen gedruckt und später als Faksimile neu herausgegeben; Papier, Bindung und Druckvermerke unterscheiden sie. Gemälde und Zeichnungen der Hauptvertreter erfordern Werkverzeichnisse und Archivnachweise. Arbeiten Deperos werden über Signatur, Material und die Herkunft aus seiner Casa d'Arte in Rovereto eingeordnet. Zeitgenössische Plakate tragen Druckvermerke italienischer Lithoanstalten.

Woran man es erkennt

  • Kraftlinien und wiederholte Konturen
  • Simultaneität mehrerer Bewegungsmomente
  • Durchdringung von Figur und Raum
  • Motive aus Technik und Verkehr
  • kräftige Kontrastfarben
  • freie Typografie
  • Werbegrafik und Plakat
  • Filzarbeiten und Spielzeug bei Depero

Künstler

  • Filippo Tommaso Marinetti
  • Umberto Boccioni
  • Carlo Carrà
  • Giacomo Balla
  • Gino Severini
  • Luigi Russolo
  • Fortunato Depero
  • Erika Giovanna Klien

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.