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Künstler: Internationale Grafik

Heinrich Zille

Zeichner, Grafiker, Fotograf, 1858–1929, Radeburg – Berlin

Zeichner des Berliner „Milljöhs“; Zeichnungen, Radierungen und Illustrationen aus Hinterhöfen und Kneipen.

Heinrich Zille kam als Kind nach Berlin, lernte Lithograf und arbeitete 1877–1907 bei der Photographischen Gesellschaft. Nach der Entlassung lebte er von Zeichnungen für Witzblätter wie „Jugend“, „Simplicissimus“ und „Lustige Blätter“. 1903 wurde er Mitglied der Berliner Secession, 1924 der Preußischen Akademie der Künste. 1914 erschien „Mein Milljöh“. Er starb 1929 in Berlin. Die Berliner nannten ihn „Pinselheinrich“. Sein Grab liegt auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Zille zeichnete Kinder, Arbeiter, Prostituierte, Kneipen und Hinterhöfe der Berliner Arbeiterviertel mit Humor und sozialer Anteilnahme, meist in Bleistift, Kreide und Aquarell. Daneben schuf er Radierungen und Lithografien. Seine Fotografien vom Berliner Alltag um 1900 wurden erst nach seinem Tod bekannt und gelten heute als eigenständiges Werk. Bücher wie „Mein Milljöh“ und „Kinder der Straße“ machten ihn populär. Die Bildunterschriften im Berliner Dialekt gehören zum Werk.

Zilles Zeichnungen sind häufig gefälscht; die lockere Strichführung und die Signatur „H. Zille“ werden nachgeahmt. Echte Blätter zeigen sichere Linie und Papier der Zeit. Drucke aus Witzblättern und Büchern sind gerastert oder als Strichätzung flach gedruckt. Radierungen sind auf Plattenrand und Bleistiftsignatur zu prüfen. Fotografien sind meist Nachabzüge von seinen Negativen.

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