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Künstler: Nachkriegsmoderne & Art Club

Adolf Frohner

Maler, Grafiker, Bildhauer, 1934–2007, Groß-Inzersdorf – Wien – Krems

Wiener Maler und Grafiker des menschlichen Körpers; 1962 mit Otto Muehl und Hermann Nitsch an der Aktion „Die Blutorgel“ beteiligt.

Der 1934 in Groß-Inzersdorf im Weinviertel geborene Adolf Frohner gehörte um 1960 zum Kreis junger Wiener Künstler um Otto Muehl. 1962 ließ er sich mit Muehl und Hermann Nitsch für die Aktion „Die Blutorgel“ in einem Kellerraum in der Perinetgasse einmauern; das Ereignis gilt als ein Ausgangspunkt des Wiener Aktionismus. In Paris lernte er den Nouveau Réalisme kennen. Ab den 1970er Jahren lehrte Frohner an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Er starb 2007; im selben Jahr eröffnete in Krems das Forum Frohner.

Frohners Hauptthema ist der menschliche, meist weibliche Körper, den er verzerrt, zerlegt und mit Fundmaterial verbindet. In den 1960er Jahren entstanden Materialbilder aus Matratzen, Stoffen, Holz und Draht, später großformatige Gemälde mit dicker Ölfarbe und schwarzen Konturen. Die Druckgrafik ist umfangreich: Radierungen, Lithografien, Holzschnitte, Mappenwerke und Buchillustrationen. Hinzu kommen Zeichnungen in Kohle, Kreide und Tusche sowie Objekte und Plastiken, in denen die Körperthemen räumlich werden.

Signiert ist meist mit „Frohner“ und Jahreszahl, auf Druckgrafik in Bleistift mit Auflagennummer. Bei Materialbildern bestimmen Zustand und Stabilität der eingearbeiteten Fundstücke den Wert; Textilien und Schaumstoff altern sichtbar. Für frühe Arbeiten aus der Zeit der Aktionen sind Herkunft und Ausstellungsnachweise entscheidend. Das Forum Frohner in Krems verwahrt Nachlassbestände und hilft beim Abgleich von Motiven und Datierungen.

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