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Künstler: Internationale Kunst nach 1945

Antoni Tàpies

Maler, Grafiker, Bildhauer, 1923–2012, Barcelona

Katalanischer Maler der Materie: Bilder aus Sand, Marmorstaub und Firnis mit Kreuzen, Buchstaben und Spuren; umfangreiche Druckgrafik bei Maeght und Erker.

Antoni Tàpies, 1923 in Barcelona geboren, begann ein Rechtsstudium und wandte sich in den 1940er Jahren der Malerei zu. 1948 gehörte er zu den Gründern der Gruppe Dau al Set. In den 1950er Jahren entwickelte er seine Materiebilder und wurde international bekannt, unter anderem auf der Biennale von Venedig und der documenta. 1984 gründete er die Fundació Antoni Tàpies in Barcelona, die 1990 eröffnete. 1993 erhielt er den Goldenen Löwen in Venedig. Tàpies starb 2012 in Barcelona.

Tàpies mischte Farbe mit Sand, Marmorstaub, Erde und Leim zu reliefartigen Oberflächen, in die er Kreuze, die Buchstaben A und T, Fußspuren, Zahlen und Kratzer setzte. Er verwendete Stroh, Stoff, Papier und Alltagsgegenstände. Sein grafisches Werk ist sehr umfangreich: Lithografien, Radierungen, Carborundumdrucke und Prägedrucke, oft verlegt bei der Galerie Maeght in Paris und der Erker-Presse in St. Gallen, dazu Künstlerbücher mit Dichtern.

Die Bleistiftsignatur „Tàpies“ und eine Nummer kennzeichnen Auflagenblätter, Probedrucke tragen Vermerke wie „HC“ oder „p/a“. Das Werkverzeichnis der Druckgrafik von Mariuccia Galfetti hilft beim Abgleich. Carborundum- und Prägedrucke zeigen deutliches Relief, das Reproduktionen fehlt. Bei Materiebildern sind lose Partien und Risse zu prüfen. Die Fundació Antoni Tàpies ist Anlaufstelle für Fragen zur Echtheit.

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