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Epoche

Dada

Kunstbewegung, 1916–um 1924

Antikunst-Bewegung aus dem Zürcher Cabaret Voltaire mit Collage, Fotomontage und Readymade – mitgetragen vom gebürtigen Wiener Raoul Hausmann.

Im Februar 1916 eröffneten Hugo Ball und Emmy Hennings in Zürich das Cabaret Voltaire, wo Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Arp und Richard Huelsenbeck auftraten. Aus Protest gegen den Krieg und die bürgerliche Kunst entstand Dada. Zentren folgten in Berlin mit Raoul Hausmann, Hannah Höch, George Grosz und John Heartfield, in Hannover mit Kurt Schwitters, in Köln mit Max Ernst sowie in Paris und New York um Marcel Duchamp und Man Ray. Um 1924 ging Dada im Surrealismus auf.

Dada setzte auf Zufall, Provokation und Montage. Hauptformen sind Collage, Fotomontage aus Zeitschriftenbildern, Assemblage aus Fundstücken und das Readymade, ein Alltagsgegenstand als Kunstwerk erklärt. Lautgedichte, Simultangedichte und Performances gehören dazu. Die Typografie mischt Schriftgrade, Richtungen und Zeichen. Zeitschriften, Flugblätter, Plakate und Einladungskarten sind wichtige Träger. Schwitters' Merz-Bilder verarbeiten Fahrkarten, Etiketten und Holzreste. Marcel Janco fertigte Masken aus Karton für die Auftritte im Cabaret Voltaire. Hausmann und Höch klebten Fotos aus Illustrierten zu politischen Bildsatiren; Duchamps „Fountain“ von 1917, ein signiertes Urinal, wurde zum Schlüsselwerk des Readymade.

Raoul Hausmann wurde 1886 in Wien geboren und war einer der Erfinder der Fotomontage. In Wien selbst blieb Dada eine Randerscheinung; seine Wirkung reicht über die Konzeptkunst und den Wiener Aktionismus in die Nachkriegszeit. Im Handel sind Druckschriften, Zeitschriften, Plakate, Grafik und Fotografien der Dadaisten gesucht; originale Collagen sind selten. Hausmann lebte ab 1944 im französischen Limoges; Teile seines Nachlasses bewahrt die Berlinische Galerie.

Dada-Druckschriften wurden in kleinen Auflagen auf billigem Papier gedruckt und später mehrfach als Faksimile nachgedruckt; Papierbräunung, Bindung und Druckverfahren grenzen Originale ein. Collagen werden über Materialien geprüft: Zeitungsausschnitte müssen vor dem Entstehungsdatum gedruckt sein. Spätere Readymade-Editionen, etwa Duchamps aus den 1960er-Jahren, sind nummeriert und dokumentiert. Fotografien von Man Ray sind als Vintage-Abzüge und spätere Abzüge zu unterscheiden.

Woran man es erkennt

  • Collage und Fotomontage
  • Readymade und Assemblage
  • Zufall als Gestaltungsprinzip
  • Lautgedichte und Performance
  • gemischte Typografie
  • Zeitschriften, Flugblätter und Plakate
  • Merz-Bilder aus Fundmaterial
  • Provokation gegen bürgerliche Kunst

Künstler

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