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Kunst

Klassische Moderne verkaufen in Wien

Malerei, Zeichnung und Aquarell zwischen 1897 und 1945: von der Wiener Secession über den Expressionismus bis zur Zwischenkriegszeit und dem Exil.

Angekauft werden Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen der Jahre zwischen etwa 1897 und 1945. Der Schwerpunkt liegt auf der Wiener Moderne: Werke aus dem Umkreis der Secession, der Expressionismus von Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Richard Gerstl, die Maler des Hagenbunds und des Nötscher Kreises, die Neue Sachlichkeit und der Wiener Kinetismus. Ebenso gefragt sind internationale Arbeiten der École de Paris, des deutschen Expressionismus, des Bauhauses und des Surrealismus, die über Wiener Sammler, Emigranten und den Kunsthandel in Privatbesitz kamen.

Die Wiener Moderne gehört heute zu den international gesuchten Sammelgebieten. Das Leopold Museum, das Belvedere und die Albertina zeigen Schiele, Klimt und Kokoschka in großer Dichte und haben die Nachfrage nach Arbeiten auf Papier deutlich verbreitert. Gesucht sind auch Maler, die lange im Schatten standen: Künstlerinnen wie Broncia Koller-Pinell und Helene Funke, die Mitglieder des Hagenbunds, dem das Belvedere 2014 eine große Ausstellung widmete, und emigrierte Künstler, deren Werk seit den 1990er-Jahren wiederentdeckt wird. Zeichnungen und Studien erreichen dadurch einen breiteren Käuferkreis als früher.

Wien war um 1900 ein Zentrum der Moderne mit eigenen Institutionen. 1897 gründeten Gustav Klimt, Koloman Moser, Carl Moll, Josef Hoffmann und weitere Künstler die Secession, 1900 entstand der Hagenbund, 1903 die Wiener Werkstätte. Auf der Kunstschau 1908 trat Oskar Kokoschka erstmals auf, 1909 stellte Egon Schiele bei der Internationalen Kunstschau aus. Nach 1918 entwickelte Franz Cizek an der Kunstgewerbeschule mit seinen Schülerinnen den Wiener Kinetismus, in Kärnten bildete sich um Franz Wiegele und Anton Kolig der Nötscher Kreis. 1938 brachen Verfolgung und Emigration diese Entwicklung ab.

Für die erste Einschätzung genügen Fotos des Werks mit und ohne Rahmenglas, der Signatur, der Rückseite und aller Stempel, Etiketten und Galeriebeschriftungen. Bei Arbeiten auf Papier sind Wasserzeichen, Papierformat und Montage aufschlussreich. Die Besichtigung erfolgt kostenlos bei Ihnen, in jedem der 23 Bezirke; dabei vergleichen wir das Werk mit Werkverzeichnissen und prüfen die Provenienz, insbesondere für die Jahre 1938 bis 1945. Danach erhalten Sie ein Angebot. Bezahlt wird bar oder per Überweisung, die Abholung erfolgt auf Wunsch verpackt und gesichert.

Objektgruppen

22 Gruppen, jede mit eigener Seite: Was es ist, woran der Wert hängt, wie man Originale erkennt.

Wovon der Wert abhängt

  • Werkverzeichnis

    Für Schiele, Klimt, Kokoschka und Gerstl existieren maßgebliche Werkverzeichnisse, deren Eintrag für den internationalen Markt oft Voraussetzung ist. Ohne Eintrag wird ein Werk zurückhaltend bewertet.

  • Provenienz

    Eine lückenlose Herkunft, besonders für 1938 bis 1945, ist bei der Wiener Moderne entscheidend. Restitutionsfälle haben gezeigt, wie viele Werke damals entzogen wurden.

  • Technik und Bildträger

    Ölbilder werden höher bewertet als Arbeiten auf Papier, kolorierte Zeichnungen höher als reine Bleistiftblätter. Bei Gouachen und Aquarellen zählt die Frische der Farben.

  • Motiv und Werkphase

    Bei Schiele sind Akte und Bildnisse von 1910 bis 1912 besonders gesucht, bei Kokoschka die frühen Wiener Bildnisse. Späte Arbeiten mancher Künstler haben einen eigenen, kleineren Markt.

  • Erhaltung

    Lichtschäden, Stockflecken, säurehaltige Passepartouts und Klebebänder sind bei Papierarbeiten häufig. Ausgeblichene Farben lassen sich nicht zurückgewinnen.

  • Signatur und Stempel

    Eigenhändige Signaturen, Nachlassstempel und Bestätigungen von Angehörigen haben unterschiedliche Aussagekraft. Ein Nachlassstempel belegt die Herkunft, ersetzt aber keine Prüfung der Zuschreibung.

  • Ausstellungs- und Literaturnachweis

    Etiketten der Secession, der Kunstschau, des Hagenbunds oder der Galerie Miethke belegen eine frühe Präsentation. Erwähnungen in Monografien stützen die Zuschreibung.

Originale erkennen

Zeichnungen der Wiener Moderne zeigen Material und Technik ihrer Zeit: Gustav Klimt zeichnete seine Studien vor allem mit Bleistift und Kreide auf Packpapier, Egon Schiele kombinierte Bleistift oder Kreide mit Aquarell und Gouache und setzte Signatur und Jahr oft blockartig übereinander. Ölbilder der Zwischenkriegszeit stehen meist auf industriell grundierter Leinwand mit Händlerstempeln, Gouachen der École de Paris auf Velin- oder Büttenpapier mit Wasserzeichen. Galerieetiketten, Rahmenmacherstempel und Zollvermerke auf der Rückseite helfen, Herkunft und Weg eines Werks nachzuvollziehen.

Kaum ein Sammelgebiet ist so stark von Fälschungen betroffen wie die Wiener Moderne. Typisch sind Blätter mit nachgeahmter Schiele-Signatur auf altem Papier, Aquarelle nach Katalogabbildungen und Lithografien, die als Zeichnungen ausgegeben werden. Faksimiles der 1920er-Jahre und spätere Kunstdrucke wurden auf gutem Papier hergestellt und sind ohne Lupe schwer vom Original zu unterscheiden. Hinweise geben ein Druckraster, gleichmäßige Strichstärken ohne Druckspuren des Stifts und fehlende Korrekturen. Auch echte Blätter mit später hinzugefügter Kolorierung kommen vor und werden geringer bewertet.

Die Wiener Moderne ist von Entziehungen zwischen 1938 und 1945 besonders betroffen. Vor einem Ankauf wird die Provenienz geprüft, unter anderem über die Lost-Art-Datenbank, die Kunstdatenbank des Nationalfonds und Veröffentlichungen der Kommission für Provenienzforschung. Für Werke von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, kann beim Weiterverkauf über den Kunsthandel das Folgerecht nach § 16b Urheberrechtsgesetz anfallen.

Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Künstler

161

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

26

Materialien, Techniken & Punzen

15

Fragen zu Klassische Moderne

Ich habe eine Zeichnung, die Schiele zugeschrieben wird – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos von Vorder- und Rückseite, Signatur und Papier geprüft. Erscheint eine Zuschreibung möglich, wird das Blatt mit dem Werkverzeichnis des Kallir Research Institute verglichen, das für Schiele maßgeblich ist. Ohne dessen Bestätigung ist ein Verkauf im internationalen Markt kaum möglich.

Was ist ein Nachlassstempel?

Nach dem Tod mancher Künstler kennzeichneten Erben oder Nachlassverwalter Arbeiten aus dem Atelier mit einem Stempel. Er belegt die Herkunft aus dem Nachlass, ersetzt aber keine Prüfung der Zuschreibung.

Mein Bild stammt von einem Hagenbund-Maler, den kaum jemand kennt – lohnt sich eine Anfrage?

Ja. Viele Hagenbund-Mitglieder wurden erst in den letzten Jahrzehnten wiederentdeckt, gute Arbeiten finden heute Sammler und Museen. Fotos genügen für eine erste Einschätzung.

Die Zeichnung hat Stockflecken und ist vergilbt – ist sie noch etwas wert?

Bei gesuchten Künstlern ja. Papierrestauratoren können Flecken mindern und säurehaltige Montagen entfernen. Lassen Sie das Blatt bis zur Besichtigung im Rahmen und nehmen Sie es nicht aus dem Passepartout.

Kaufen Sie auch Werke, die im Exil entstanden sind?

Ja. Arbeiten von Josef Floch, Gerhart Frankl, Marie-Louise von Motesiczky oder Georg Ehrlich, die nach 1938 in London, Paris oder New York entstanden, gehören zur österreichischen Moderne. Ausschlaggebend sind Qualität und Zustand, nicht der Entstehungsort.

Wie wichtig ist die Rückseite eines Gemäldes?

Sehr wichtig. Galerieetiketten, Ausstellungsnummern, Rahmenmacherstempel und Beschriftungen erzählen die Geschichte eines Werks und sind für die Provenienzprüfung unverzichtbar. Entfernen Sie nichts und fotografieren Sie alles.

Ist eine Lithografie von Kokoschka auch Klassische Moderne?

Ja, Druckgrafik gehört zum Werk, wird aber anders bewertet als Unikate. Bleistiftsignatur, Auflagenhöhe und Druckqualität bestimmen den Wert; Einzelheiten stehen auf der Seite zur Grafik.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.