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Künstler: Internationale Moderne

Lovis Corinth

Maler, Grafiker, 1858–1925, Tapiau – München – Berlin – Urfeld

Maler aus Ostpreußen zwischen Impressionismus und Expressionismus; die Walchensee-Bilder und über 900 Druckgrafiken prägen das Spätwerk.

Lovis Corinth, Sohn eines Gerbers aus Tapiau in Ostpreußen, studierte in Königsberg, München und Paris. 1901 übersiedelte er nach Berlin, wo er Mitglied und später Präsident der Berliner Secession wurde. 1903 heiratete er seine Schülerin Charlotte Berend. Ein Schlaganfall 1911 hinterließ eine Lähmung, danach wurde seine Malweise freier und heftiger. Ab 1919 malte er in Urfeld am Walchensee. Er starb 1925 während einer Reise in Zandvoort.

Corinths Werk umfasst Akte, mythologische und religiöse Szenen, Bildnisse, Stillleben und die Landschaften vom Walchensee. Die späte Malerei löst Formen in breite, gestische Pinselzüge auf und nimmt den Expressionismus vorweg. Als Grafiker schuf er über 900 Blätter in Radierung, Kaltnadel und Lithografie, darunter Selbstbildnisse, Illustrationen zur Bibel und zu literarischen Stoffen sowie Mappenwerke. Die Walchensee-Bilder zeigen den See in wechselndem Licht, oft vom Haus in Urfeld aus gesehen.

Die Gemälde verzeichnete Charlotte Berend-Corinth, die Druckgrafik Karl Schwarz und später Heinrich Müller. Kaltnadelabzüge sind meist mit Bleistift signiert; frühe Abzüge zeigen den Grat, späte wirken flacher. Mappen und Zeitschriftenbeilagen sind von Einzelabzügen zu trennen. Bei Werken aus deutschen Sammlungen ist die Herkunft 1937–1945 zu klären, da viele als „entartet“ beschlagnahmt wurden.

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